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Beleuchtung, Steuerung und Bedienung BFe 4/4 II |
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Auch bei diesem
Triebwagen
musste ein von der
Fahrleitungsspannung
unabhängiges
Bordnetz geschaffen werden. Für dieses wurde daher eine
Quelle für die Energie benötigt. Diese lieferten nur
Gleichstrom
und sie
waren auch bei den
Lokomotiven und Triebwagen für Wechselstrom
verwendet worden. Daher verwendete man auch die gleichen
Spannung,
was dazu führte, dass hier sehr viele Punkte mit anderen
Baureihen
vergleichbar war.
Zwei solche Behälter in Serie
geschaltet, ergaben schliesslich die
Spannung für die Steuerung. Wegen der
vielen Verbraucher, waren zwei weitere Behäl-ter parallel geschaltet
worden. Die vier Behälter wurden in zwei unter dem Fahr-zeug am Boden aufgehängten Batteriekästen ein-gebaut. Diese waren so gestaltet worden, dass sie mit den in jedem grösseren Bahnhof und in jedem Depot üblichen Hebegeräten entnommen werden konnten.
So weit
entsprach alles den anderen
Baureihen und das galt auch für die
Kapazität,
die nur für wenige Stunden ausreichte.
Konnte mit der Hilfe der Steuerung das Fahrzeug in Betrieb genommen
werden, übernahm die
Umfor-mergruppe die Versorgung der Verbraucher.
Gleich-zeitig wurden die
Bleibatterien wieder geladen. Dazu musste vom
Umformer einfach eine leicht höhere
Spannung abgegeben werden. Eine
Lösung, die seit Jahren funktionierte und daher auch hier verbaut wurde.
Einzig der Motor des Umformers wurde mit 1500
Volt
Gleichstrom
betrieben.
Das so aufgebaute
Bordnetz war für die Versorgung der Steuerung, aber auch
der
Beleuchtung
vorgesehen. Dabei beginnen wir mit dem Licht, das sich
nicht nur aussen am Fahrzeug befand, sondern auch innen und gerade diese
Verbraucher waren der Grund, warum die Anzahl der
Batterien verdoppelt
wurde, denn es gab deutlich mehr Lampen. Innen im Fahrzeug wurden die
Abteile, die
Instrumente und die Schränke ab dem Bordnetz versorgt.
Das hatte zu Folge, dass über den
Puffern
zwei weisse Lampen montiert wurden. Oben im Dach wurden hin-gegen zwei rote
Lampen in gleicher Höhe montiert. Die-se waren mit entsprechend gefärbten
Linsen versehen worden und konnten nur diese Farbe zeigen.
Bei den beiden unteren Lampen handelte es sich um die in der Schweiz
üblichen Lösungen. Da auch hier nicht nur weiss gezeigt werden musste,
konnten vor diesen Lampen spezielle
Vorsteckgläser angebracht werden.
Damit war zumindest ein kleiner Teil der Vorschriften in der Schweiz
vorhanden. Weil aber keine passenden
Signalbilder möglich waren, konnte
auch von diesem Punkt her, das restliche Netz nicht befahren werden.
Wenn wir nun zur eigentlichen Steuerung kommen, dann können wir
feststellen, dass diese die gleichen Aufgaben hatte, wie bei den anderen
Baureihen. Das waren die Umsetzung der Befehle vom sich im
Führerstand
befindlichen
Lokomotivpersonal, aber auch die Überwachung der sich auf dem
Fahrzeug befindlichen Funktionen. Für letztere waren die damals üblichen
Relais verbaut worden. Das Verhalten und die Funktion entsprachen den
anderen Baureihen.
Genau genommen war eigentlich nur ein
Relais nicht mit den anderen
Baureihen kompatibel. Es war das
Minimalspannungsrelais. Dieses war hier
auch vorhanden, es berücksichtigte jedoch, dass bei Netzen mit
Gleichstrom
hohe Schwankungen vorhanden waren. Zudem musste es für die deutlich
tiefere
Spannung ausgelegt werden. Das war aber auch die einzige Sache,
denn bei den Stromwerten, spielte das
Stromsystem keine Rolle. Gänzlich neu war eigentlich nur die Steuerung der Fahrstufen. Wobei ganz genau genommen es sich um eine klassische Hüpfersteuerung handelte, die aber nicht auf die übliche Art bedient wurde.
Obwohl sich im
Führerstand
mit sitzender Bedienung ein normaler
Steuerkontroller
befand, konnte der
Lokführer nicht jede
Fahrstufe beliebig einstellen. Daher müssen wir uns
auf diesen Teil etwas besser konzentrieren, denn er ist spannend. Am Steuerkontroller konnten nur die Fahrstufen eingestellt werden, die ohne die Widerstände auskamen. Das waren gerade einmal fünf Stellungen, die im Sinn des Uhrzeiger zugeschaltet wurden.
Diese spezielle Lösung für
die
Fahrstufen war wegen den hier benötigten
Anfahrwiderständen gewählt
worden. Diese konnten nur über kurze Zeit benutzt werden, da sie sonst
überlastet worden wären, weil die
Kühlung nicht ausreichte.
Um deren Überlastung zu verhindern, wurden die entsprechenden
Fahrstufen
mit
Widerstand durch die automatische Steuerung des
Triebwagens
geschaltet. Dazu wurde ein Servokontroller benötigt, denn der Automat
musste mehr können, als nur Stufen schalten. Die Zuschaltung der
Widerstände bis zur eingestellten Fahrstufe, erfolgte durch den erwähnten
Kontroller und dabei wurden die betreffenden Stufen in Abhängigkeit des
Stromes an den
Fahrmotoren zugeschaltet.
Der Automat übernahm nun
wieder die Stufen mit
Widerständen und auch jetzt wurde der
Strom
gemessen. Nur die Stufen mit
Feldschwächung konnten frei benutzt werden. Bei diesem Triebwagen zwingend eingebaut werden musste die Vielfachsteuerung. Wobei diese nicht so genannt werden durfte, denn eine Verbindung zwischen den beiden Triebwagen war nicht möglich.
Der Grund
waren die
Fronten der Fahrzeuge, denn dort wurde die für diese Einrichtung
benötigte Steckdose gar nicht montiert. Es gab diese nur auf der Seite der
Wagen und daher war es eine Lösung, die auch als Wendezugsteuerung
angesehen werden kann. Auf die Dosen an den Fronten wurde verzichtet, weil klar erkannt werden konnte, dass ein Einsatz in Vielfachsteuerung nicht geplant wurde.
Es
waren dazu schlicht nicht genug
Triebwagen vorhanden. Allen-falls benötigte
Verstärkungen gab es nicht und wenn, dann wurden einfach mehr
Zwischenwagen eingereiht. Die
Baureihe BFe 4/4 II war somit die Ausnahme,
da hier nur die
Fernsteuerung ab
Steuerwagen vorgesehen war.
Mit der zwingenden
Fernsteuerung ab einem
Steuerwagen, war klar, dass alle
vorhandenen Funktionen elektropneumatisch geschaltet werden mussten. Zudem
mussten die Signale auch so reduziert werden, dass die Leitungen in den
Kabel nicht zu umfangreich wurden. Hier kam noch hinzu, dass
Reisezugwagen
aus dem Bestand eingereiht werden sollten. Das hatte Auswirkungen auf das
verwendete Kabel zur
Vielfachsteuerung.
Aus diesem Grund waren die Leitungen bei den
Leichtstahlwagen
bereits vorhanden und konnten daher genutzt werden. Wegen diesen Wagen
waren die Leitungen für die
Beleuchtung, für die
Türschliessung und für die Durch-sagen im
Pendelzug genormt worden. Die in den anderen Leitungen des Kabels belegten Funktionen für die Fern-steuerung des Triebfahrzeuges konnten jedoch frei belegt werden. Ob dazu wirklich alle Adern genutzt werden mussten war unwichtig, denn die Anzahl der Leitungen wurde nicht angepasst.
Wegen den anderen Funktionen
und zur klaren Unterscheidung wurde die hier verbaute
Vielfachsteuerung
als
Vst IIIc bezeichnet. Diese war, wie schon er-wähnt, auf den
Pendelzug
beschränkt. Neben diesen technischen Belangen hatte die Steuerung noch weitere Auf-gaben wahrzunehmen. Das waren auch die Kontrollen des Fahrpersonals. Insbesondere musste sichergestellt sein, dass der Lokführer in seiner Funktion noch korrekt an der Arbeit war.
Für den Zug gefährlich waren
dabei die Ausfälle wegen gesundheitlicher Probleme, oder wegen anderen
Gründen, die eine gesicherte Fahrt nicht mehr erlaubten.
Für die Kontrolle des Lokführers und seiner Handlungen waren die in der
Schweiz üblichen Lösungen mit dem Schnell- und dem
Langsamgang vorhanden.
Diese auf der Wegmessung basierende
Sicherheitssteuerung mit
Wachsamkeitskontrolle wurde mit einem
Pedal
bedient. Die Handlungen und
die Reaktionen des
Triebwagens waren mit den anderen
Baureihen identisch.
Auch hier sollten keine neuen Ideen umgesetzt werden.
Diese auch unter der Bezeichnung «Crocodile» be-kannte Lösung war mit der
in der Schweiz verbau-ten
Zugsicherung nach
Integra-Signum vergleichbar.
Beide Systeme befanden sich bei den
Vorsignalen und sie hatten damals noch
keine
Haltauswertung erhalten. Der grösste Unterschied war, dass die vom Loko-motivpersonal erforderliche Quittierung innerhalb von fünf Sekunden erfolgen musste. Daher konnten hier nicht die Längen der Sicherheitssteuerung genommen werden.
Auch
optisch war die Lösung der SNCF sowohl aus-sen, als auch im
Führerstand zu
erkennen, denn hier wurden an Stelle der Magnete und Sonden, ein-fach nur
Kontaktbürsten benötigt. Diese befanden sich beim Führerstand.
Sowohl die
Sicherheitssteuerung, als auch die
Zug-sicherung der SNCF
öffneten den
Hauptschalter und lösten eine
Zwangsbremsung mit entleeren
der
Hauptleitung aus. Durch das hier verbaute
Führerbremsventil FV3b wurde
jedoch die
Nachspeisung aktiviert. Daher war die Weisung an das
Lokomotivpersonal vorhanden, dass die
Bremsung mittels einer
Schnellbremse
unterstützt werden musste. Doch damit sind wir bei der Bedienung.
Der Arbeitsplatz des Lokführers befand sich in einer Kabine auf der linken
Seite. Diese war schon beim Muster
BFe 4/4 verbaut worden und auch die
Bedienelemente waren nach dessen Lösungen aufgebaut worden. So war hier
ein
Steuerkontroller vorhanden, der nur anders bedient werden musste. Die
wichtigen Funktionen waren in einem speziellen
Verriegelungskasten
untergebracht worden und konnten so mit
Steuerschaltern bedient werden.
Aber auch dieses
gab es beim Muster bereits. Obwohl hier mit
Gleich-strom gefahren wurde,
auf den Aufbau der Elemente zur Bedienung hatte das keinen Einfluss.
Wirklich nur anders gelöst worden war die
Zugsicherung. Auch leicht abweichend war die Bedienung der elektrischen Bremse, diese hatte zwei Betriebsarten. Manuell konnte sie mit sieben Bremsstufen eingestellt werden. Das erfolgte um in Gefällen die Geschwindigkeit einhalten zu können.
Das war wichtig, weil das sonst von der
Regulierbremse übernommen wurde. Zur Schonung der neuen
Bremssohlen,
sollte die elektrische
Widerstandsbremse mit geringer
Leistung genutzt
werden. Mit der automatischen Regelung konnte der Triebwagen mit der elektrischen Bremse verzögert werden. Wollte der Lokführer den Zug verzögern, aktivierte er normal die Widerstandsbremse und schaltete den Automat ein.
Nun standen mit 14
Bremsstufen auch höhere Kräfte zur Verfügung. Dank dem
Automat, musste der Lokführer bei
Bremsungen nicht noch auf die
Ströme bei
der
elektrischen
Bremse achten und so sollte die Bedienung einfacher
werden.
Da mit den
Triebwagen ein tramähnlicher Betrieb umgesetzt werden sollte,
waren die Triebwagen mit
Rückspiegel und einer
Lautsprecheranlage versehen
worden. Diese Lösungen wurden noch mit der automatischen Türschliessung
ergänzt. Wobei diese keinen
Einklemmschutz hatte und daher musste mit dem
Rückspiegel der Einstieg beobachtet werden. Viele Aufgaben des
Kundendienstes wurden daher dem Lokführer übertragen.
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