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Technischer Aufbau BFe 4/4 II |
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Wie bei allen anderen damals in Betrieb genommenen Fahrzeugen war auch
hier die
Druckluft eine wichtige Sache. Diese wurde bei elektrischen
Lokomotiven und auch bei den
Triebwagen
längst nicht mehr nur für die
Bremse benötigt. Daher war es wichtig, dass hier eine gute Anlage für die
Druckluft vorhanden war und an deren Anfang stand immer der
Kompressor,
denn ohne diesen gab es schlicht keine Luft, die komprimiert war.
Auch
wenn hier das gleiche Modell eingebaut wurde, der
Kompressor konnte nicht
frei gewechselt werden. Dabei lag das Problem jedoch beim Motor, der dazu
benötigt wurde, um die Drehung der Bauteile zu erzeugen. Die Schöpfleistung des Kompressors war auf den Einsatz abgestimmt worden. Mit einem Triebwagen sollten keine langen und schweren Güterzüge geführt werden und da-her musste nicht mit der bei Lokomotiven üblichen Lei-stung gearbeitet werden.
Das war jedoch nicht nur hier so, sondern galt für alle
Triebwagen. Das Modell des BFe 4/4 II hatte einfach einen Motor für
Gleichstrom
erhalten. Sonst war dieser Teil identisch. Die im Kompressor verdichtete Luft wurde in die ange-schlossene Leitung entlassen. Durch den nun aber erfolg-ten Abfall des Luftdruckes wurde Wasser ausgeschieden. Diesen natürlichen Prozess konnte man nicht verhindern.
Das Wasser im System war ein Problem. In der kalten
Jah-reszeit konnte es gefrieren und so die Leitungen ver-stopfen. Die Kraft
des Eises war jedoch so gross, dass Bauteile auch gesprengt werden
konnten.
Um das Wasser zu entfernen, wurde nach dem
Kompressor ein
Wasserabscheider
eingebaut. Dieser entzog der
Druckluft das überschüssige Wasser und
leitete dieses ab. Jedoch konnte so nicht genug Wasser entzogen werden, so
dass auch an anderen Orten Wasser abgelassen werden konnte. Dazu waren
einfache Hähne eingebaut worden. Wir jedoch müssen nun der Leitung folgen
und dabei kommen wir zum zweiten Bauteil.
Damit der
Luftdruck auf zehn
bar
be-schränkt werden konnte, war ein
Überdruckventil
eingebaut worden. Dieses
öffnete sich beim eingestellten Wert und entliess die
Druckluft unter einem
hörbaren Geräusch wieder in die Umwelt. Die erzeugte Druckluft gelangt über ein Rückschlagventil zu den Hauptluft-behältern. Diese dienten als vergrös-sertes Volumen einem allenfalls kurz-fristigen hohen Bedarf.
Jedoch konnte mit den
Absperrhähnen
die
Druckluft in diesem Behälter auch eingeschlossen werden. Wichtig war
dieser Vorrat bei der
Inbetriebnahme des
Triebwagens, denn diese konnte
nur mit einem Luftvorrat erfolgen. Daher dieser Speicher.
Für den Fall, dass der Vorrat nicht ausreichend hoch war, oder gar fehlte,
war eine
Handluftpumpe verbaut worden. Mit dieser Pumpe konnte jedoch nur
Druckluft für den
Stromabnehmer
erzeugt werden. Das reichte jedoch aus um
das Fahrzeug in Betrieb zu nehmen. Doch damit können wir uns den
Verbrauchern zuwenden und diese waren an zwei unterschiedlichen Leitungen
angeschlossen worden. Auch das war ein üblicher Aufbau.
An der
Apparateleitung wurden Baugruppen angeschlossen, die für den
Betrieb eine stabile Höhe des
Luftdruckes benötigten. Daher wurde diese
Leitung über ein
Ventil
angeschlossen, das den Druck auf einen Wert von
sechs
bar einstellte. Verbraucher dieser auf das Fahrzeug beschränkten
Leitung fanden sich jedoch nur bei der elektrischen Ausrüstung. Alle
anderen Baugruppen wurden an der zweite verbauten Leitung angeschlossen.
Dabei war sie aber nur am zweiten Ende und somit
beim
Faltenbalg
vorhanden. Benötigt wurde sie dort für die Versorgung der
Wagen im Zug und vor allem für die Speisung des
Steuerwagens.
Neben den früher schon erwähnten
Scheibenwischern, war hier auch die
Lokpfeife
angeschlossen worden. Diese
Pfeife
war nach den Regeln der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB aufgebaut worden. Die im Ausland oft
verwendeten
Signalhörner wurden hier wegen der geringen
Höchstgeschwindigkeit nicht eingebaut und so waren auch hier, wie bei der
ganzen Anlage der
Druckluft, keine besonderen Baugruppen erforderlich.
Hauptverbraucher für die
Druckluft in der
Speiseleitung waren die
pneumatischen
Bremsen. Sie waren seinerzeit auch der Grund, warum solche
Systeme auf den
Triebfahrzeugen verbaut wurden. Dabei wurde die Ausrüstung
mit
Druckluftbremsen hier aber gegenüber den anderen Modellen vereinfacht
und es lohnt sich, wenn wir etwas genauer hinsehen. Es waren zwei Systeme
vorhanden, aber nicht die üblichen Lösungen.
Die erste pneumatische
Bremse, die wir ansehen, war die
Schleuderbremse.
Diese wirkte nur auf dem
Triebwagen und sie arbeitete mit einem fest
eingestellten Wert. Wurde die Bremse angezogen, dann strömte ein
Luftdruck
von 0.8
bar zu den
Bremszylindern. Damit wurde das
Rad an der freien
Drehung gehindert und so ein unkontrolliertes Durchdrehen verhindert. Eine
Verzögerung des Fahrzeuges konnte aber nicht erreicht werden.
Da der Triebwagen nicht mit langen Zügen verkehren sollte, erachtete man diese Lösung wegen den neuen Füh-rerbremsventilen nicht mehr als erfor-derlich an.
Mit dem Verzicht auf
die
direkte Bremse
können wir uns dem zweiten
Bremssystem
zuwenden. Dieses
war für die Verzögerung des rollenden Fahrzeuges vorhanden. Verbaut wurde die automatische Bremse der Firma Oerlikon Bremsen. Diese Lösung arbeitete mit einer als Hauptleitung bezeichneten Bremslei-tung.
Betrieben wurde diese mit einem
Luft-druck von fünf
bar. Um eine
Bremswirkung zu bekommen, musste der Druck abgesenkt werden. Damit haben
wir hier die Lösung erhalten, die schon bei der
Westinghousebremse
vorhanden war. Jedoch kamen nun andere Bauteile zur Anwendung.
Die
Hauptleitung
wurde zu dem beiden
Stossbalken
geführt und dort geteilt.
Daher stand sie mit zwei
Luftschläuchen mit
Absperrhahn und speziellen
Kupplungen zur Verfügung. Wichtig waren diese Anschlüsse für die
Bremswirkung des Zuges, aber auch im Fall, bei dem der
Triebwagen
abgeschleppt werden musste. In diesem Fall konnte die
Bremse des Zuges
ohne grössere Einschränkungen auch von einem anderen Fahrzeug benutzt
werden.
Dieses
Ventil
wurde von der Firma Oerlikon Bremsen bezogen und
daher musste hier auch von einer
automatischen Bremse gesprochen werden.
Der Name war also vom
Steuerventil abhängig. Verbaut wurde hier ein mehrlösiges Steuerventil. Dieses arbeitete mit der üblichen P-Bremse, konnte jedoch auch die R-Bremse anbieten. Auch wenn es mit den Ventil möglich war, die Güterzugsbremse konnte nicht aktiviert werden. Die Umschaltung von der Personenzugsbremse auf die R-Bremse mit höherem Luftdruck erfolgte in Anhängigkeit der gefahrenen Geschwindigkeit. Bei langsamer Fahrt, was daher nur die P-Bremse aktiv. Die Druckluft vom Steuerventil wurde den beiden Bremszylindern zugeführt.
In jedem
Drehgestell war ein
Bremszylinder eingebaut worden. Durch die
Druckluft wurde der
Kolben
ausgestossen und so die
Bremsung eingeleitet.
Wie stark die Wirkung war, war abhängig vom
Luftdruck. Wurde dieser wieder
entfernt, sorgte beim
Zylinder
eine Rückholfeder dafür, dass der Kolben
auch wieder seine ursprüngliche Position erreichte.
Weil für die Erzeugung der
Bremskraft
Druckluft benötigt wurde, konnte
diese
Bremse ausfallen. In dem Fall konnte das
Bremsgestänge des vorderen
Drehgestells nicht nur vom
Bremszylinder, sondern auch von der im
Führerstand
verbauten
Handbremse
bewegt werden. Somit konnte mit der
Spindelbremse
nur das halbe Fahrzeug abgebremst werden. Da diese jedoch
nur der
Sicherung diente, reichte das aus.
Am
Bremszylinder und wie vorher erwähnt, teilweise auch an der
Handbremse
angeschlossen worden war ein für die
Klotzbremse
benötigtes
Bremsgestänge.
Dieses verteilte die Kraft so, dass die bei jedem
Rad vorhandenen beiden
Bremsklötze gegen die
Lauffläche gepresst wurden. An Stelle der üblichen
Bremsklötze verwendete man hier
Bremssohlen, die in üblichen
Sohlenhalter
eingebaut werden konnten. Auch hier konnten Teile der
Einheitswagen
benutzt werden.
Mit diesem konnte die Abnützung nachgestellt werden, so dass eine gleichbleibende Bremswirkung erreicht werden konnte.
Es war also auch
beim mechanischen Teil ein Aufbau vor-handen, der auch bei anderen
Baureihen verwendet wur-de. Mit der nun fertig aufgebauten Bremse können wir auch die Bremsrechnung für das Fahrzeug durchführen. Dazu müssen wir uns aber zuerst das Gewicht des BFe 4/4 II beschaffen.
Ich verwende für die
Bremsrechnung den voll
besetzten
Triebwagen. In dem Fall wurde hier ein Gewicht erreicht, dass 55
Tonnen betrug. Die
Bremsen entsprachen dem Muster der
Bauart
BFe 4/4, so
dass wir mit dessen Werten arbeiten können. Bei Anwendung der P-Bremse konnte ein Bremsgewicht von 46 Tonnen erreicht werden. Das Verhältnis betrug in dem Fall 83%.
Da jedoch die
R-Bremse bei
höherer Geschwindigkeit aktiv war, müssen wir die
Bremsrechnung mit dieser
wie-derholen. Bei einem Wert von 60 Tonnen wurde nun ein
Bremsverhältnis
von 109% erreicht. In diesem Fall wurde ein für die
Höchstgeschwindigkeit
des
Triebwagens guter Wert erreicht.
Wenn wir uns nun die
Handbremse des BFe 4/4 II ansehen, dann wurde mit
dieser keine
Bremsrechnung mehr ausgeführt. Das hier mögliche
Bremsgewicht
wurde mit 20 Tonnen angegeben. Mit diesem Wert konnte der
Triebwagen auch
auf den Strecken abgestellt werden. Dabei müssen wir bedenken, dass dies
nur für den Teil galt, der mit
Gleichstrom
befahren wurde. Daher können
nicht die Werte für steile Strecken benutzt werden.
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