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Betriebseinsatz Teil 1 |
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Zwei Bahnen ein Zug, da musste vor dem Einsatz viel abgeklärt
werden. Einer der Punkte war die finanzielle Abgeltung. Dazu wurde ein
Pool gegründet und die fünf
Triebzüge
frei eingesetzt. Die finanziellen Angelegenheiten wurden anhand der Zügen
zwei zu drei geteilt. Mit drei Triebzügen war die NS besser vertreten,
aber das war nicht nur bei den Einnahmen so, denn auch die Kosten wurden
in diesem Schlüssel geteilt.
Es zeigte sich hier, dass die Ideen der Chefetagen nicht so leicht
umzusetzen waren. Die Grenze sollte ohne einen Halt passiert werden.
Technisch kein Problem für das Personal eine Herausforderung, denn es
musste die Vorschriften beider Länder kennen. Von diesem Problem war das
Personal vom
Depot
Zürich jedoch nicht betroffen, denn auch ein
TEE
konnte es sich nicht leisten, Basel SBB ohne einen Halt zu passieren.
Nicht davon betroffen war der
Speisewagen,
der von der SSG bewirtschaftet wurde. Die Gesellschaft war für die
Bewirtschaftung der in der Schweiz verkehrenden Speisewagen
verantwortlich. Im Vergleich mit anderen ähnlichen Firmen konnte man sich
sehen lassen. Da es in den Niederlanden keine vergleichbare Gesellschaft
gab, konnte die den Schweizerischen Bundesbahnen SBB angegliederte Firma
das Rennen machen.
Speziell war die Regelung bei den
Bordmechaniker.
Diese sollten technisch fit sein und zudem noch mehrere Sprachen sprechen.
Genau genommen waren drei gefragt. Damals war solches Personal nicht
leicht zu finden. So wurde vereinbart, dass bei den Zügen von und nach der
Schweiz ein Bordmechaniker der Schweizerischen Bundesbahnen SBB verwendet
werden sollte. Die anderen wurden dann von der NS gestellt.
Sollten Sie vermuten, dass jetzt nur von den Mo-dellen der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB ge-sprochen wurde, der irrt sich. Alle
fünf Einheiten hatten die Heimat in der Schweiz und genauer aus-gedrückt
im
Depot
G in Zürich. Damit das ging, musste sogar noch die Halle der Remise verlängert werden. Der schwere Unterhalt wurde jedoch geteilt. Die Triebköpfe und die Dieselmotoren reisten dazu nach Tilburg und wur-den von der NS unterhalten.
Die Wagen blieben in Zürich, da sie in der
Haupt-werkstätte
Zürich den Unterhalt bekommen sollten. Eine Aufteilung, die
berücksichtigte, wo die Fahr-zeuge gebaut wurden. Wer etwas baut, der
kennt sich aus. Der eigentliche Einsatz der Triebzüge begann mit dem Fahrplanwechsel am 02. Juli 1957. Die neuen TEE sollten der Luftfahrt die Kundschaft abwerben und auf den Bahnen einen hohen Komfort bieten.
Das waren grosse Attribute, die noch erfüllt werden mussten. Von
all den damals in Verkehr genommenen
Verbindungen
wollen wir uns nur jene ansehen, die entweder von einem RAm TEE, oder von
einem DE IV geführt wurden.
Gebildet wurde dazu ein vierteiliger Umlauf. Damit waren also vier
der fünf Züge im Einsatz. Der fünfte blieb derweil in Zürich und wurde
dort dem Unterhalt überlassen. Nach jedem Umlauf kam der Zug daher in
Zürich ins
Depot
G und wurde unterhalten. Wenn wir diesen nun auch dazu nehmen, bestand der
Umlauf aus fünf Tagen. Wenn wir nun das Programm ansehen, dann beginnen
wir natürlich mit dem Tag eins und somit in Zürich.
Nach dieser Fahrt stand dann bereits das Nachtlager an. Die Zeit
bis zur Abfahrt
nutzte das Team des Unterhalts um auch grössere Probleme noch zu beheben.
Es waren kurz zwei Züge in Zürich.
Der mitreisende
Bordmechaniker
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB verlies den
Triebzug.
Dabei musste er sich aber mit seinem nieder-ländischen Kollegen beraten,
denn nur so konnten die Störungen behandelt werden. Besonders Reparaturen,
die nicht mehr erledigt werden konnten, wurden nach der Ankunft noch
behoben. In dem Fall half dann oft auch noch die Werkstatt vor Ort mit
Werkzeug und Ersatzteilen aus. Die Zeit dazu war vorhanden.
Der zweite Tag startete in Amsterdam und die erste Fahrt führte
mit dem
TEE
«Etoille du Nord» nach Paris. Nach einer Wende ging es dann mit dem TEE
«Oiseaux bleu» nach Bruxelles. Es war der erste Tag, der mit zwei Zügen
belegt war und spannend dabei ist nur, dass der
Triebzug
in Belgien sein Nachtlager hatte. Der
Bordmechaniker
der NS blieb dabei in Belgien und fuhr am folgenden Tag wieder zurück.
Die Tage drei und vier brachten die
Triebzüge
mit den bereits erwähnten
TEE
wieder nach Zürich. Jetzt wurden einfach die Gegenzüge abgedeckt. Es waren
also in dem
Dienstplan
drei TEE enthalten. Der Dienstplan hatte mit 3500 km eine grosse
Leistung
und damit stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Verbrauch beim
Dieselöl,
denn es kann angenommen werden, dass eine Tankfüllung nicht für den ganzen
Umlauf reichte.
Die ganze Strecke war also mit einer Füllung nicht zu schaffen und
so musste spätestens in Belgien wieder getankt werden. Zur Sicherheit
wurden da-zu aber die drei Nachtlager benutzt, denn so war genug Reserve
vorhanden. Spannend dabei war, dass im Betrieb oftmals nur ein Dieselmotor lief. Gerade dort, wo kaum Leistung verlangt wurde. Doch noch spannender war, dass sogar festgelegt wurde, wie viel Öl verbraucht wurde.
Das waren Verluste im
Dieselmotor
und diese be-trugen 30 Liter auf einer Strecke von 1000 Kilo-metern. Es
musste also auch nachgeschmiert wer-den. Auch wenn wir diese Werte mangels
Vergleichsmöglichkeit nicht einordnen können, schlecht waren sie nicht.
Gerade der Betrieb mit nur einem
Dieselmotor
führte dazu, dass der Verbrauch tief gehalten werden konnte. Dumm dabei
war eigentlich nur, wenn es während der Fahrt nicht mehr gelang, den
zweiten Motor rechtzeitig zu starten. Besonders dann, wenn die Abschnitte
kamen mit den steilen
Rampen.
Diese waren nur mit zwei Motoren zu schaffen. Ging das nicht, musste eine
Hilfslokomotive
für die Steigung gestellt werden und das kostete Zeit.
Ein Beispiel soll das Betriebskonzept aufzeigen. Dazu wählte ich
den
TEE
«Edelweiss» nach seiner
Ausfahrt
in Zürich. Bis unmittelbar nach dem Bözbergtunnel wurde mit beiden
Dieselmotoren
gefahren. Für die nun anstehende Talfahrt reichte jedoch ein Motor, denn
nun mussten nur die
Hilfsbetriebe
versorgt werden. In Mumpf wurde dann wieder der zweite Motor zugeschaltet
und so die
Rampe
gefahren. Danach reichte wieder einer bis Basel.
Besonders dann, wenn sich der Zug gerade in dem Moment einem
steilen Abschnitt näherte. Pausen waren selten mög-lich und das Bett wurde
selten benutzt. Es muss erwähnt werden, dass auch die Bordmechaniker zuerst Erfahrungen sammeln mussten. Zudem mussten sie oft auch die Hinweise von einem Lokführer umsetzen, der eine andere Sprache benutzte.
Sie wissen selber, wie schwer das ist, wenn man nicht so gut in
der Sprache bewandert ist. Hier mussten aber technische Hinweise umgesetzt
werden, was bei einem aufgeregten Lokführer auch nicht einfach war. Die
Bord-mechaniker
der SBB sprachen zudem nur Deutsch und Fran-zösisch. Die Nachtlager der Züge wurden dann für weitere Repa-raturen genutzt, dazu waren in Amsterdam dann oft beide Bordmechaniker am Werk.
Das Ziel war klar, der
Triebzug
musste am folgenden Tag wieder verkehren, denn nur in Zürich gab es ein
Modell als Ersatz. Bei Arbeiten in Belgien mussten die Ersatzteile oft
angeliefert werden. Da dort der
Bordmechaniker
übernachtete, war das Bett nicht vergebens eingebaut worden.
Gerade die Hinweise zum
Bordmechaniker
zeigten, dass die neuen
Triebzüge
nicht so standfest waren, wie man sich das erhoffte. Es gab kaum eine
Fahrt ohne Störung und nur wer Glück hatte, konnte das Problem mit einer
neuen
Sicherung
lösen. Knallte es im
Zylinder
und der Kopf wurde zerrissen, musste noch geputzt werden. Zuvor musste
aber verhindert werden, dass das auslaufende
Dieselöl
in Brand geraten konnte.
Dabei wurde sehr oft die starke Abnützung der
Spurkränze
beim
Triebkopf
festgestellt. Die Anpassung der
Spurkranz-schmierung
sollte das Problem aber in den Griff bekommen. Man verwendete einfach die
Werte, die bei der Reihe Ae 6/6
vorhanden waren. Das war nicht so schwer, denn die R1 wurde bei allen Zügen in der Hauptwerkstätte Zürich vorgenommen und dort kannte man die Telefonnummer von Bellinzona. So sollte sich das Problem mit den Spurkränzen verbessern.
An eine
Zulassung
zur
Zugreihe R
war jedoch weiterhin nicht zu denken. Die
Höchstgeschwindigkeit
wurde daher nur im Ausland gefahren. Speziell dabei war, dass auch bei der
Böz-bergstrecke schnelle Abschnitte vorhanden waren.
Der Zeitverlust war nicht so gross, wie man meinen könnte. Dank
den sehr guten
Bremsen
konnte der RAm TEE nach der höchsten
Bremsreihe
verkehren. In dem Fall waren die Werte für die
Zugreihe A
nicht so abweichend. Nur wenn es dann schnell wurde, war bei 110 km/h
Schluss. Immer öfters wurde daher die Frage aufgeworfen, ob eventuell die
Höchstgeschwindigkeit
der Zugreihe A auf 120 km/h angehoben werden sollte.
Einen eigenen Intervall für den Unterhalt hatten die
Dieselmotoren.
Da es dort immer öfters auch Defekte gab. In Zürich waren daher Motoren
als Ersatz vorhanden. Der defekte Dieselmotor wurde hingegen in die
Niederlanden geschickt. Die
Revision
führten die NS in Tilburg aus. Der Grund war simpel, denn dort kannte man
den Aufbau und in der Schweiz waren hoch aufgeladene Dieselmotoren nicht
bekannt und daher war der Plan nicht schlecht.
Daher
standen nach wenigen Jahren die ersten grossen
Revisionen
an. Nach einer Laufleistung von 1 000 000 Kilometer stand dann die
Revision
R3
an und das bedeutete, dass ein Zug länger nicht verfüg-bar war. Man löste im Jahre 1961 das Problem mit dem regelmässigen Unterhalt. Dieser Tag wurde schlicht gestrichen und so hatte man einen Zug frei für die R3.
Da es immer wieder zu Bränden bei den
Diesel-motoren
kam, war der Bestand jedoch sehr knapp. In den Fällen musste dann ein
Ersatzzug gestellt werden. Dieser entsprach dann aber nicht mehr dem
Komfort und an den Grenzen mussten die
Lokomotiven
gewechselt werden.
Am 07. August 1961 gelang es dem
Bordmechaniker
jedoch nicht mehr rechtzeitig schlimmeres zu verhindern. Nach einem
Schaden am
Dieselmotor
entfachte sich das auslaufende
Dieselöl.
In der Folge breitete sich das Feuer aus und der
Triebzug
musste ausserordentlich anhalten. Die Feuerwehr beendet den Spuk. So
geriet der Bestand erneut in Bedrängnis. Daher wurden die Pläne gebrochen
und die RAm TEE deckten nur noch die Tage zwei und drei.
Den
TEE
«Edelweiss» konnte man bereits elektrisch fahren. Daher stellten die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB dafür einen der neuen
RAe TEE II. Diese hatten
den Zusatz II wegen den hier vorgestellten Zügen erhalten. Neu wurden die
RAm TEE mit dem
Index
I ergänzt. Die verfügbaren RAm TEE I verkehrten in der Zeit nur auf dem
Abschnitt Amsterdam, Paris und Bruxelles. Man gewann so zwei Züge und das
reichte für den Unterhalt.
Die Idee war nicht so schlecht, denn so konnten je-weils die
Erfahrungen einfliessen. Die Wagen waren bekanntlich sehr nahe mit den
Einheitswagen
ver-wandt. Der
Triebkopf
war in der Schweiz ein Exot und daher kaum bekannt. Was so schön klingt, führte zu ersten Spannungen zwischen den Bahnen. Dabei hatte man unter-schiedliche Auffassungen über den Umfang der Arbeiten bei der Revision R3. Es zeigte sich, dass man in der Schweiz die Ange-legenheit deutlich ernster nahm, als das in den Niederlanden der Fall war.
Trotzdem musste man sich irgendwie einigen, denn die Arbeiten
mussten ausgeführt und die Züge in Betrieb genommen werden.
Auch nicht ohne Probleme verlief die Stellung des Ersatzzuges. Der
Bestand bei den
RAe TEE II war auch
nicht umfangreich. Langfristig konnte das nur gut gehen, wenn diese Züge
um einem Wagen verlängert wurden und noch ein weiterer
Triebzug
angeschafft wurde. Sie sehen, dass es bei sehr knappen Beständen zu
grösseren Problemen kommen konnte. Doch es zeichneten sich auch
Anpassungen bei den
Dienstplänen
an.
Gerade die nun aufkommenden
TEE-Züge
mit elektrischer Traktion machten den Fahrzeugen der ersten Generation das
Leben schwer. Dabei war der
RAe TEE II eine
Ausnahme, denn immer mehr setzte man auf
Lokomotiven,
die zum Teil farblich angepasst wurden. In der Schweiz war dazu die Reihe
Re 4/4 vorgesehen und der so
bespannte TEE konnte nun nach der
Zugreihe R
fahren, was dem RAm TEE I nie gelingen sollte.
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