TSB, SEB und GTB Ec 3/5 Nr. 41 - 46 |
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Baujahr: |
1905 - 1907 |
V. max.: |
65 km/h |
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Gewicht: |
55.1 t |
Länge: |
10 950 mm | ||||||||
Heizfläche: |
113.1 m2 |
Zylinderdurchmesser: |
2x 440 mm |
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Nach nur wenigen Jahren Betrieb, waren die bei den Thunerseebahn
vorhanden
Lokomotiven dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen.
Da auch mit den
Schnellzügen
durch das Gürbetal gefahren werden sollte, mussten neue Modelle her.
Gerade wegen den neuen Schnellzügen sollten auch für die GTB baugleiche
Maschinen beschafft werden. Als sich auch die SEB anschloss, waren
insgesamt sechs Stück vorgesehen. Es wurde nicht nach einem Muster gesucht, sondern ein Pflichten-heft für die neue Maschine erschaffen. Es sollte eine Lokomotive für Nebenbahnen werden, die in beiden Fahrrichtung mit der gleichen Höchstgeschwindigkeit fahren konnte.
Das kam gerade der SEB entgegen, da man so auf den Einbau von
Drehscheiben
verzichten konnte. Die anderen Bahnen sahen die kürzeren Wendezeiten als
den gossen Vorteil dieser Lösung. Gefahren werden sollte mit bis zu 65 km/h. Dabei musste auch in den Steilstrecken noch ein ansprechendes Tempo erreicht werden und wir wissen, dass diese gerade im Gürbetal recht hohe Werte erreichen konnten.
Auf den
Nebenbahnen
waren zudem Bauarbeiten im Gange, so dass die Strecke durchaus diese Werte
erlaubte. Gerade die TSB wollte nun wirklich schneller als die Schiffe
sein und dabei in Spiez noch halten können.
Das
Pflichtenheft
wurde der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM in Winterthur
übergeben. Dabei war für die Konstrukteure das grösste Problem, dass
Leistungsdaten gefordert wurden, die sonst nur bei
Hauptstrecken
der Fall waren. Gleichzeitig wurde aber klar auf die geringeren
Achslasten
der
Nebenbahnen
hingewiesen. Dank der zugestandenen zweiten
Laufachse,
war die Achslast nicht mehr so ein grosses Problem.
Geliefert wurden die Maschinen direkt an die drei
Privatbahnen.
Ansprechpartner für die Industrie war jedoch die TSB. Diese bekam mit den
Nummern 41 und 42 auch die ersten ausgelieferten Maschinen. Die beiden
folgenden Nummern 43 und 44 kamen hingegen ins Gürbetal und so zur GTB.
Für die dritte Bahn im Bunde blieben dann noch die Nummer 45 und 46, die
deshalb ins Simmental kamen und die untere Sektion befuhren.
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Mechanischer Aufbau |
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Auch hier war das tragende Element ein
Plattenrahmen,
wie es durchaus üblich war. Gegenüber der
Baureihe
Ec 4/5 musste der
Rahmen jedoch verlängert werden. Das obwohl eine
Triebachse
weniger vorhanden war. Jedoch wurden nun auch eine
Laufachse
unter dem
Führerhaus
benötigt und das war letztlich auch der Grund für die Veränderung. Wie
gross die Differenz jedoch war, werden wir anschliessend ansehen. Aufgebaut wurde der Plattenrahmen aus einzelnen Stahlblechen, die mit der Hilfe von Nieten verbunden wurden. Auf beiden Seiten wurde als Abschluss des Rahmens ein Stossbalken montiert. Seitlich war die-ser zudem mit Gussteilen abgestützt worden.
Bei der Montage der
Zugvorrichtungen
gab es keinen Unterschied zu den anderen
Baureihen.
Es war also auch hier ein
Zughaken
mit
Schraubenkupplung
und eine
Notkupplung
vorhanden. Die nach den Normen der UIC aufgebauten Zugvor-richtungen waren jedoch nicht in der Lage, auch Stosskräfte aufzunehmen. Dazu waren die seitlich montierten Stossvorrichtungen vorhanden.
Wie damals üblich, wurden dazu
Stangenpuffer
mit runden
Puffertellern
verwendet. Unterschiedlich war nur die Beschaffung der Teller, denn einer
war flach und der andere gewölbt ausgeführt worden. Damals war das in den
Normen so geregelt worden. Uns interessiert nun aber die Länge über Puffer. Diese betrug hier 10 950 mm und damit war die Ma-schine um 150 mm länger als die zuvor ausgelieferte Reihe Ec 4/5. Das war jedoch eine direkt Folge, der geänderten Achsfolge. Bei der hier vorgestellten Lokomotive wurde die Achsanordnung mit 1’C1’ angegeben. Der konstruktiv benötigte Platz hinter der Letzten Triebachse war letztlich für diese Verlängerung verantwortlich.
Am hinteren Ende wurde auf dem
Plattenrahmen
das
Führerhaus
aufgebaut. Dieses war jedoch mit dem
Kohlenfach
und den beiden
Wasserkästen
zu einer Baugruppe geworden. Da das Kohlenfach zudem nicht integriert
wurde, war das Führerhaus nicht ganz am Schluss aufgebaut worden. Wie bei
den anderen
Baureihen
hatte die
Frontwand
Fenster mit
Sonnendächer
bekommen. Die beiden Seiten und die Rückwand hatten jedoch nur grosse
Öffnungen. Abdeckt wurde das Führerhaus mit einem einfachen gewölbten Dach, dass auf allen Seiten leicht überstehend war. Auf dem Dach wurde an dessen höchster Stelle lediglich die Lokpfeife aufgebaut.
Es war also ein von der SLM bekanntes Haus entstanden, das von
beiden Seiten her mit einer Leiter und zwei
Griffstang
erreicht werden konnte. Eine Türe beim Zugang war als Absturzsicherung
verbaut worden. Damit kommen wir zum Kohlenfach, dass hinter dem Führerhaus aufgebaut wurde und das die halbe Höhe hatte. Es konnte leicht mit einem Kran beladen werden und bot insgesamt 1.5 Tonnen Kohle den erforderlichen Platz.
Das war kein grosser Vorrat, aber für den Einsatz auf den
benannten Bahnen reichte dieser aus, da nicht so lange Strecken befahren
werden sollten. Am Ende der Strecke konnte immer
Kohle
gebunkert werden. Hier werden wir die vor dem Führerhaus aufgebauten Wasserkästen nur am Rand behandeln. Die Füllmenge werden wir später noch ansehen. Der hier gewählte Aufbau war bei Tenderlokomotiven üblich.
Zudem war es wichtig, dass beim Wasser auch grössere Menge
mitgeführt werden konnten, denn man wollte ja
Schnellzüge
führen. Damit das ging, musste jedoch ein einsprechendes
Laufwerk
unter der
Lokomotive verbaut werden.
Wie die
Achsfolge
bereits erahnen liess, das
Laufwerk
dieser
Lokomotive hatte zwei
Laufachsen
bekommen. Das war neu, denn bisher war nur eine davon vorhanden und daher
konnte nur in einer Richtung schnell gefahren werden. Hier wurde die
zweite Laufachse dazu benötigt, dass man auch in der anderen Richtung mit
der gleichen Geschwindigkeit fahren konnte. Wir haben daher eine
pendelzugsfähige Lokomotive erhalten. Im Plattenrahmen der Lokomotive gelagert wurden nur die drei Triebachsen. Die geschmiedeten Achs-wellen liefen dabei in den damals üblichen Gleit-lagern. Auch die Lagerschalen aus Weissmetall wa-ren hier vorhanden.
So mussten auch diese
Lager
mit einer
Sumpf-schmierung
versehen werden. So wurde das
Schmiermittel
auf die Welle übertragen, das
Öl
ver-ringerte die Reibung und sorgte zudem für die not-wendige
Kühlung. Bei den beiden auf der Achse aufgezogenen Rädern kamen Speichenräder mit einer aufgezogenen Ban-dage, zur Anwendung. Diese hatten einen Durch-messer von 1 320 mm erhalten und waren daher leicht grösser, als das bei der Reihe Ec 4/5 der Fall war.
Der Grund dafür lag bei der
Höchstgeschwindigkeit,
die hier um 5 km/h höher angelegt wurde. Sie sehen, bei Dampflokomotiven
können nur kleine Differenzen Auswirkungen haben. Jede Achse war mit Blattfedern abgefedert wor-den. Diese waren damals üblich und auch hier wurden zur Verbesserung der Federung die Trieb-achsen teilweise mit Ausgleichshebeln verbunden.
Das war nötig, damit
Kuppen
und
Senken befahren werden konnten. Für enge
Kurven
war die mittlere
Triebachse
zudem seitlich verschiebbar, was auch eine übliche Lösung war. Grosse
Veränderungen gab es daher wirklich nur bei den beiden
Laufachsen.
Die
Laufachsen
waren nicht gleich aufgebaut worden. Während vorne eine übliche
Bissellaufachse
vorhanden war, kam hinten eine
Adamsachse
zum Einbau. Bei der
Lagerung,
und der
Federung
entsprachen die mit einem Durchmesser von 850 mm versehenen Laufachen den
Triebachsen.
Speziell war, dass die Adamsachse weit nach hinten geschoben wurde. So
konnte dort die
Achslast
besser auf die jeweiligen
Achsen
verteilt werden. Zum Schutz des Fahrwerkes wurden auf beiden Seiten Schienenräumer am Rahmen montiert. Diese entsprachen von Aufbau her den bereits vorhandenen Modellen. Das war hier sogar wichtig.
Es wurde verlangt, dass so viele Teile wie möglich von den
Lokomotiven der Reihe
Ec 4/5
übernommen werden konnten. Es wurde also auf eine Verringe-rung der
Ersatzteile geachtet. In Spiez war einfach für den grossen Fahr-zeugpark
zu wenig Platz vorhanden. Für die Druckluftbremse musste der benötigte Luftvorrat erstellt werden. Dazu war auf der rechten Seite an der Rauchkammer eine Luftpumpe montiert worden.
Diese erzeugte die
Druckluft,
die von den
Bremsen
benötigt wurde und die in einem unter dem hinteren
Stossbalken
quer eingebauten
Luftbehälter
ge-speichert wurden. Sie sehen, dass auch hier nach dem verfügbaren Platz
ge-sucht werden konnte, denn im Rahmen gab es diesen nicht mehr.
Verbaut wurde die übliche
Westinghousebremse.
Diese arbeitete mit einem einlösigen
Steuerventil
auf einen
Bremszylinder.
Spannend dabei war, wie schon bei den anderen bisher vorgestellten
Lokomotiven die fehlende
Regulierbremse.
Diese hatte bei anderen Bahnen auch auf flacheren Abschnitten ihre
Berechtigung gezeigt. Hier war man dieser Lösung jedoch etwas vorbehalten
entgegen getreten. Alles musste nicht sein.
Am
Bremszylinder
wurde ein
Bremsgestänge
angeschlossen. Dieses konnte auch von der
Handbremse
bewegt werden. Durch die Bewegung wurde das Gestänge so verändert, dass
bei jedem
Triebrad
ein
Bremsklotz
auf die
Lauffläche
wirkte. Um die Abnützung war ein
Gestängesteller
verbaut worden. Wie in der Schweiz üblich, waren die beiden
Laufachsen
nicht mit einer
Bremse
versehen worden. Trotzdem war eine gute Bremse vorhanden.
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Kessel und Dampfmaschine |
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Wenn wir zum
Kessel
kommen, dann sehen wir uns ein Bauteil an, das sehr viel Arbeit im
Unterhalt erforderte. Daher versuchten die Bahnen hier viel zu sparen.
Doch zuerst müssen wir den Kessel im
Plattenrahmen
einbauen. Dazu wurde das Bauteil im Bereich der
Feuerbüchse,
also in der Nähe des
Führerhauses
mit Schrauben fixiert. Im Bereich der
Rauchkammer
erfolgte jedoch nur noch eine Abstützung in einem Sattel. Für das Feuer wurde bei der Feuerbüchse ein Rost montiert, diese Rostfläche erreichte einen Wert von 1.7 m2. Unter diesem Rost war der Aschekasten montiert worden.
Dank der gestreckten
Lokomotive und der weit nach hinten geschobenen
Adamsachse,
fanden die Bauteile im Rahmen hinter der dritten
Triebachse
ausreichend platz. So musste aber die
Laufachse
einen Anteil vom Gewicht des
Kessels
aufnehmen. Um den Rost wurde der Stehkessel aufgebaut. Die-ser umfasste den Rost mit den Seitenwänden aus Stahl und der Decke aus Kupfer. Die dem Feuer zu-gewandte Fläche und somit die direkte Heizfläche betrug 7.6 m2.
Das waren Werte, die genau dem
Kessel
ent-sprachen, der auf den
Lokomotive der Reihe
Ec 4/5 verbaut
wurde. Das war gar nicht so verwun-derlich, wurde doch vom Betreiber der
gleiche Kes-sel verlangt. Auch hier wurde der Stehkessel mit dem Langkessel ergänzt. Dieser war gut zu erkennen und seine Län-ge betrug 3 800 mm. Um eine möglichst grosse Heizfläche im Langkessel zu erhalten, wurden die heissen Rauchgase durch Rohre geführt. Hier waren dazu 196 Siederohre eingebaut worden. Das erlaubte es bei diesem Kessel, die totale Heizfläche der Lokomotive auf einen Wert von 113.1 m2 zu steigern und so exakt den Kessel der Reihe Ec 4/5 zu erhalten.
Die durch das Feuer und die
Rauchgase
auf die Metalle wirkende Wärme reicht durchaus um diese zum schmelzen zu
bringen. Besonders davon betroffen war die mit Kupfer aufgebaute Decke der
Feuerbüchse.
Um das zu verhindern, mussten die Metalle gekühlt werden und dazu nutzte
man das sich im
Kessel
befindliche Wasser. Diese wurde an den Metallen so stark erwärmt, dass es
augenblicklich am heissen Metall verdampfte. Durch diese der Kühlung dienenden Verdampfung, sank jedoch der Wasserspiegel im Kessel. Das hatte negative Auswirkungen auf die Kühlung, denn Dampf konnte nicht so viel Wärme aufnehmen, wie das beim Wasser der Fall war.
Um den Betrieb zu sichern, musste daher frisches Wasser aus dem
Wasserkasten
nachgefüllt werden. Dazu war auch hier ein
Injektor
eingebaut worden. Dieser zog mit Hilfe eines Unterdruckes Wasser in den
Kessel. Dieses Wasser stammte aus den Wasserkästen. Neben den beiden gut zu erkennen Kästen entlang des Kessels, gab es noch einen dritten Wasserkasten, der unter dem Kohlenfach angeordnet wurde. Das hatte zur Folge, dass der mitgeführt Vorrat auf einen Wert von 7 m3 gesteigert werden konnte.
Im Vergleich mit der Reihe
Ec 4/5 war das
eine deutliche Steigerung. Die Maschine war daher für lange Strecken
ausgelegt worden.
Es lohnt sich, wenn wir hier uns kurz die
Achslasten
ansehen. Die drei
Triebachsen
hatten Lasten von zwölf Tonnen erhalten und so wurde ein
Adhäsionsgewicht
von 36 Tonnen erreicht. Das restliche Gewicht der 55.1 Tonnen schweren
Lokomotive wurde dann auf die beiden
Laufachsen
abgestützt. Diese hatten daher eine Achslast von je 9.6 Tonnen bekommen.
Die erlaubten Werte waren daher in diesem Fall nicht erreicht worden.
Um den
Kessel
abzuschliessen, muss erwähnt werden, dass der erzeugte Dampf ein grösseres
Volumen hatte. Da sich dieses wegen dem geschlossen Gehäuse nicht weiter
ausdehnen konnte, stieg der Druck im Kessel an. Die auf dem
Dampfdom
montierten
Sicherheitsventile
sorgten dafür, dass der Dampfdruck im Kessel nicht auf mehr als zwölf
bar
steigen konnte. Damit haben wir einen Wert erhalten, der auch bei der
Reihe
Ec 4/5
vorhanden war. Im Dampfdom wurde der im Kessel erzeugte Dampf gesammelt. Dort wurde dieser über einen Regulator entnommen und den beiden Dampfrohren zugeführt. Es fand also keine weitere Erwärmung des Dampfes mehr statt. So
haben wir bei der Reihe Ec 3/5 nur den im
Kessel
erzeugten
Nassdampf
zur Verfügung. Das war ein Konsens, den man eingehen musste, weil man auf
den Kessel der Reihe
Ec 4/5 setzte
und der war nicht neu. Auch bei der hier vorgestellten Lokomotive wurde der erzeugte Dampf nicht nur auf dem Fahrzeug genutzt. Die Maschine sollte ja Schnellzüge führen und daher mussten die Reisezugwagen geheizt wer-den.
Die
Dampfheizung
wurde daher vom
Regulator
über eine Leitung zu den Wagen geführt. Hier nutzte man jedoch nicht den
Druck, sondern die im Dampf enthaltene Wärme. Mit rund 300°C konnte gut
ge-heizt werden.
Der
Nassdampf
vom
Kessel
wurde beiden
Dampf-maschinen
zugeführt. Daher war hier ein Zwilling vorhanden. Das war speziell, denn
beim Muster
Ec 4/5 wurde im
Verbund
gearbeitet. Es hatte sich gezeigt, dass die Lösung mit Verbinder bei zwei
Maschinen nicht besonders wirtschaftlich war. Aus diesen Grund wurde hier
wieder mit der klassischen Methode mit zwei identischen Dampfmaschinen
gearbeitet, was uns die Arbeit erleichtert.
Bei den hier verbauten
Dampfmaschinen
kamen
Zylinder
zur Anwendung, die einen Durchmesser von 440 mm hatten. Dabei war der
Kolbenhub auf 600 festgelegt worden. Damit war die Maschine kleiner, als
beim Muster, jedoch wurde hier mit Frischdampf gearbeitet und daher war
der Verbrauch beim Dampf deutlich grösser ausgefallen. Mit den
Hochdruckzylindern
der Reihe
Ec 4/5 wäre der
Kessel
nicht mehr ausreichend gewesen. Es zeigt sich hier deutlich, wie sparsam die Modelle mit den Maschinen im Verbund mit dem Dampf umgingen. Da aber die unterschiedlich grossen Bauteile der Zylinder zu verschiedenen Radlasten in einer Achse führten, war die Anwendung problematisch.
Maschinen im
Verbund
sind nur bei Lösungen mit mehr als zwei
Dampfmaschinen
ratsam. Das wurde bei der hier vorgestellten
Lokomotive mit den Maschinen als Zwilling korrigiert. Der von den beiden Maschinen kommende Abdampf wurde weiteren Dampfrohren zugeführt und so in die Rauch-kammer geleitet. In der Kammer wurde der Dampf dann stossweise durch das Blasrohr in den Kamin entlassen.
Durch den durch den
Kamin
strömenden Dampf, entstand in der
Rauchkammer
ein Unterdruck, dieser Effekt sorgte dafür, dass der Rauch in der Kammer
ebenfalls durch den Kamin ins Freie gerissen wurde. Dieser Effekt sorgte nun für einen Unterdruck in der Rauchkammer. Da in der Natur die Drücke jedoch immer ausgeglichen werden müssen, erfolgte dies mit Luft, die im Bereich des Rostes angezogen wurde.
Diese Sogwirkung sorgte dafür, dass das Feuer zusätzlich angefacht
wurde. Es entstand so ein optimal arbeitendes System, das jedoch neben den
Rauchgasen
und dem
Nassdampf
noch andere Rückstände produzierte.
Um die
Rauchkammer
von mitgerissenen und dort abgelagerten Schwebeteilen zu befreien, konnte
an der
Front
eine Türe geöffnet werden. Die
Lösche
aus der Kammer wurde dann mit Schaufeln über den
Stossbalken
in das mit einer Grube versehenen
Gleis
befördert. Eine anstrengende Arbeit, die oft nur bei Dienstschluss
ausgeführt wurden. Der
Aschekasten
musste hingegen in regelmässigen Abständen entleert werden. |
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Antrieb und Steuerung |
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Auch hier konnten gewisse Grundsätze nicht verändert werden. Die
Dampfmaschine
erzeugte eine lineare Bewegung, die zudem nicht gleichmässig erfolgte. Um
daraus überhaupt die benötigte
Zugkraft
zu erhalten, musste diese Bewegung zuerst in ein
Drehmoment
umgewandelt werden. Die gängigste Lösung für dieses Problem war der nahezu
ausschliesslich verbaute
Stangenantrieb.
Diesen müssen wir daher etwas genauer ansehen. Von der Dampfmaschine wurde die lineare Bewegung des Zylinder mit Hilfe der Kolbenstange auf das Kreuz-gelenk geleitet. Dieses Kreuzgelenk war, wie das schon bei der Baureihe Eb 3/4 der BN der Fall war, doppelt geführt worden.
Diese Lösung bedeutete zwar etwas mehr Gewicht, aber die Führung
des
Kreuzgelenkes
war deutlich bes-ser, als bei einer einfachen Lösung, denn das Problem war
der Winkel der nächsten Stange. Vom Kreuzgelenk gelangte die Kraft über die Schub-stange zur mittleren Achse. In dieser Triebachse lagerte die Stange in einem Kurbelzapfen. Dieser war letztlich dafür verantwortlich, dass im Rad ein Drehmoment entstand.
Jedoch war dieses Moment für eine
Achse
schlicht zu hoch ausgefallen. Daher musste die Kraft mit zwei
Kup-pelstangen
auf die anderen angetriebenen Achsen ver-teilt werden.
Gelenke
in diesen Stangen waren für die
Federung
wichtig. Der Stangenantrieb hatte sehr viele Gelenke und beim Kreuzgelenk noch zwei Gleitflächen. Diese mussten zum Schutz vor Verschleiss mit entsprechenden Lagern versehen werden.
Während bei den linearen
Lagern
einfach nur
Öl
zwischen dem Stahl geführt wurde, besassen die
Rotationslager
spezielle
Lagerschalen
aus
Weissmetall.
Diese mussten mit einer
Nadelschmierung
versehen werden. Denn so fand auch die
Kühlung
statt.
Um das in den
Rädern
erzeugte
Drehmoment
zu nutzen, musste diese umgewandelt werden. Das erfolgte mit Hilfe der
Haftreibung
zwischen der
Lauffläche
und der
Schiene.
Die so entstandene
Zugkraft
gelangte schliesslich über die Führungen der
Lager
zu den
Zugvorrichtungen
der
Lokomotive. Die nicht für die Maschine und die Wagen
benötigte Zugkraft wurde schliesslich für die Beschleunigung des Zuges
genutzt. Dieser Antrieb konnte jedoch seine Arbeit nur korrekt ausüben, wenn die beiden Dampfmaschinen optimal ar-beiteten. Zuerst musste dazu das Problem mit den zwei Totpunkten gelöst werden.
Auch jetzt war der
Versatz
auf 90 Grad festgelegt wor-den. Die dazu erforderlichen Ansteuerungen der
Dampf-zylinder
und auch deren Umsteuerung mussten sehr genau erfolgen. Dazu wurde bei
jedem
Antrieb
eine Steuerung eingebaut. Wie bei allen neueren Lokomotiven aus dem Hause SLM bekamen auch diese Maschinen eine Walschaertssteue-rung. Genau genommen wurden hier zwei Steuerungen nach Walschaerts verbaut.
Wir beschränken uns dabei auf jene des rechten
Trieb-werkes.
Hier war die Steuerung vollständig aufgebaut worden und wie das genau
gemeint ist, werden wir gleich erkennen, denn es war nur ein Punkt, der
nicht überall vorhanden war.
Die grundlegende Bewegung für die Steuerung erfolgte von der
Triebachse
aus. Dort wurde diese vom
Kurbelzapfen
abgenommen und über die Steuerung zu den Flachschiebern der
Zylinder
übertragen. Ein Vorteil der hier verbauten Lösung war die zweite Bewegung
vom
Kreuzgelenk.
Dank dieser konnte der Vorlauf eingestellt und so die Füllzeit der
Zylinder berücksichtigt werden. Es entstanden so sehr ruhig laufende
Dampfmaschinen.
Um die Fahrrichtung zu bestimmen, war zwischen dem
Führerstand
und der Steuerung eine
Schubstange
vorhanden. Die damit erfolgte Bewegung veränderte die Ansteuerung so, dass
die
Zylinder
umgekehrt gefüllt wurden, es konnte nun in die andere Richtung gefahren
werden. Damit das auch beim zweiten
Triebwerk
erfolgte, war unter dem
Kessel
auf dem Rahmen eine Steuerwelle vorhanden, die so die andere Seite
verstellte. Speziell bei dieser Lokomotive war, dass die wichtigsten Bedienelemente im Führerstand auf beiden Seiten angebracht wurden. So konnte die Lokomotive vom Personal in beiden Fahrrichtungen bedient werden.
Ein Punkt, der hier klar verlangt wurde und der auch für die
zweite
Laufachse
verantwortlich gewesen war. Doch damit ergaben sich wichtige Unterschiede
beim grössten Problem, das mit Dampf betriebene Fahrzeuge hatten. Bei Beginn der Arbeit, musste in den Zylinder enthaltenes Wasser mit den Schlemmhähnen ausgeblasen werden. Das er-folgte mit Dampf und dieser Stoss führte dazu, dass dieses Wasser auf die Schienen gelangte und so einen leichten Film bildete.
Dies war für die Ausnutzung der
Adhäsion
nicht besonders gut, denn so konnte die
Zugkraft
nicht erzeugt werden. In der Folge drehten die
Räder
leer durch. Um die Adhäsion zu verbessern, wurde auf dem Kessel ein Sanddom mit Quarzsand aufgebaut. Dieser Sand konnte über einen beim Sanddom enthaltenen Deckel nachgefüllt werden.
Dabei musste man darauf achten, dass der Sand trocken blieb, denn
mit feuchtem Sand funktionierte diese
Sandstreu-einrichtung
gar nicht. Der Grund war, dass auch hier der Sand durch ein Rohr auf die
Schiene
vor der
Triebachse
rie-selte und so die
Adhäsion
verbesserte. Im Gegensatz zu den anderen Lokomotiven berücksichtigte man auch hier bei der Einrichtung für den Quarzsand, dass mit der Lokomotive in beiden Richtungen gefahren werden konnte.
Daher war es auch möglich den Sand bei Fahrten in der rückwärtigen
Richtung zu streuen. Eine Lösung, die berücksichtigte, dass auch Regen den
gleichen Effekt haben kann, wie die
Schlemmhähne.
Wir haben daher bei beiden Fahrrichtung die gleichen Werte.
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