Betriebseinsatz Re 460 Teil 1 |
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Beim Betriebseinsatz werden die
Lokomotiven der beiden Bahnen in der
Schweiz nun getrennt behandelt. Sofern Sie sich den Einsatz bei den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB und somit die Erfahrungen mit der
Lokomotive Re 460 nicht antun wollen, können Sie direkt zum
Betriebseinsatz der Lötschbergbahn und somit zu den Erfahrungen mit den Re
465 wechseln. Dazu benutzen Sie einfach diesen
Link.
Der erste Teil des Betriebseinsatzes umfasst die Jahre bis zur
Modernisierung der
Lokomotive. Durch diese Modernisierung, die an Stelle
einer
Revision
R3 durchgeführt wurde, veränderte sich die Lokomotive in
technischer Sicht deutlich. Da es jedoch ein fliessender Vorgang war,
entschied ich mich, den Wechsel im Jahre 2013 anzusetzen. Die Maschinen
waren damit bis zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre im planmässigen Einsatz.
Noch konnte aber kaum von einem geordneten Ein-satz
gesprochen werden, denn die
PMS
machte im-mer wieder Probleme und längst
nicht alle
Loko-motiven waren saniert. Trotzdem wurden weiterhin neue
Maschinen abgeliefert, die nachweislich mit Fehlern behaftet waren. Will man bösartig sein, dann war schnell klar, dass die defekte Lokomotive einfach durch eine neue Maschine ersetzt wurde. War diese Defekt, stand die nächste von der Industrie abgelieferte Maschine bereit.
Die geplanten
Dienste konnten so mehr oder weniger mit den neuen
Lokomotiven abgedeckt
werden. Selten mussten die Lokomotiven
Re 4/4 II und
Ae 6/6 der alten
Generation einspringen. Jedoch holten sie gerne die defekten Re 460 ab.
Weitere grosse Probleme zeigten sich auch beim
Schleuderschutz. Dieser
arbeitete alles andere als zufriedenstellend, mit der
Lokomotive war auf
nas-sen
Schienen kaum ein Fortkommen möglich. Dabei stellte man auch fest,
was die Lokführer bemängelten, dass die alten Lokomotiven viel besser bei
der Kraftausnützung im Allgemeinen waren. Die Re 460 wurde als
"Schönwetterlok" betitelt. Beim Schleuderschutz wurden weitere
Optimierungen und Versuchsfahrten notwendig.
Trotz
den grossen Problemen mit den
Lokomotiven wurden weitere Maschinen
abgeliefert, so dass im Februar 1993 bereits 31 Exemplare im Besitz der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB waren. Fehler wurden so natürlich auch
mit den neuen Lokomotiven ausgeliefert. Die Anpassungen und Änderungen
erreichten sie schlicht nicht mehr. Der Aufwand für die Garantiearbeiten,
wie man das nennen würde, wurde gigantisch.
Die
Sanierungen der älteren
Lokomotiven zogen meist so viele Maschinen der
Baureihe Re 460 aus dem Verkehr, wie abgeliefert wurden. So war kaum an
eine Ausdehnung des Einsatzes zu denken. Die Re 460 war immer noch mit
vielen Problemen behaftet. Nun war auch klar, der Verzicht auf
Prototypen
war ein Fehler, den man bitter bezahlte. Immer noch fuhr die neue
Lokomotive in Einzeltraktion, denn bei der
Vielfachsteuerung ging immer
noch nichts.
Ein erster Schritt, der
Hoffnung weckte, denn nun konnte ein Lokführer zwei Re 460 bedienen. Man
war soweit, wie bei den
Ae 4/6, aber sicher noch nicht am Ziel. Damit waren die Voraussetzungen für den ge-planten Umlauf vor Gotthardzügen endlich erfüllt. Daraufhin wurden die ersten mit den gemachten Änderungen versehenen Lokomotiven in Bellinzona und somit am Gotthard stationiert.
Erstfeld erhielt dafür
Re
6/6, die in Bellinzona nicht mehr benötigt
wurden. Dem
Depot Erstfeld wurden keine Re 460 zugeteilt. Der schwere
Unterhalt wur-de der
Hauptwerkstätte Yverdon übertragen.
Es
wurden sechs Maschinen in
Vielfachsteuerung eingesetzt, die anderen
Lokomotiven dienten weiter der Personalschulung. Aus Sicherheitsgrün-den
wurden die Züge, die mit doppelter Re 460 bespannt waren, auf der
Gotthardstrecke, wo beide Maschinen benötigt wurden, mit zwei Lokführern
besetzt. Notfalls konnten dann beide Lokomotiven getrennt und einzeln
bedient werden. Dass dabei oft nicht beide Lokführer über die notwendige
Kundigkeit verfügten, zeigt wie zuversichtlich man war.
Nachdem sich die Störungen der
PMS
zunehmend ausweiteten, wurden die
Lokomotiven, die mittlerweile auch im West-Ost-Verkehr vor den
Intercity
eingesetzt wurden, aus diesen
Leistungen zurückgezogen. Die Re 460 wurden
sogar mit einem Verbot belegt, welches den Einsatz der Lokomotive vor
IC-Zügen untersagte. Bereits gegen Ende 1993 konnte dann dieses Verbot
nach einer umfassenden Sanierung der PMS aufgehoben werden, trotzdem kam
es vorläufig nicht mehr zu IC-Einsätzen.
Die
Lokomotiven am Gotthard wurden nun vermehrt in
Vielfachsteuerung
eingesetzt und nur noch mit einem Lokführer besetzt, denn auch hier zeigte
sich, dass die Probleme gelöst waren. Man kann also sagen, die Re 460 funktionierten ab Ende 1993 so zuverlässig, dass man von einem normalen Betrieb sprechen konnte. Das soll aber nicht bedeuten, dass nie wieder Verbesserungen eingeflossen wären.
Die
Softwareversionen folgten sich oft so schnell, dass es Maschinen mit drei
unter-schiedlichen Versionen gab. Dabei durfte natürlich nicht jede Version
mit der anderen ferngesteuert werden. Die Planung der Einsätze
vereinfachte das jedoch nicht gerade.
Nun
sprach es sich herum, dass in der Schweiz eine
Lokomotive im Einsatz war,
die alle bisherigen Exemplare schlicht in den Schatten stellen konnte. Die
Norwegischen
Staatsbahnen NSB zeigten an der Lokomotive grosses Interesse.
Die Lokomotive Re 460 055-7 wurde daraufhin nach Norwegen geschickt und
dort getestet. Kurze Zeit später folgte noch die 460 066-4. Die
Lokomotiven machten dort einen so guten Eindruck, dass man sie kurzerhand
gemietet hat.
Ab
dem 20. April 1994 weilte die Lokomotive 460 078-9 zusammen mit zwei Wagen
in Hannover. Dort wurde die
Lokomotive an einer Messe ausgestellt und dem
Publikum gezeigt. Grund war der kurz vorher verliehene Preis für das
Design der Lokomotive. Die Re 460 war somit eine prämierte Lokomotive
geworden. Die Probleme der Vergangenheit waren endgültig vergessen. Auch
in der Schweiz war die Maschine immer öfters am Fahren und die Störungen
wurden immer seltener.
Ganz
etwas Neues wurde am 5. Mai 1994 präsentiert. Die
Lokomotive Re 460 015-1
wurde in einem ungewohnten Kleid präsentiert. Mit ihr begannen die
Einsätze der vielen Re 460 mit Totalwerbung. Sie fuhr ab diesem Datum mit
einem gefälligen Kleid als Agfa-Lokomotive durch die Schweiz. Die Kosten
für eine Werbung von drei Jahren Dauer belief sich auf 540 000 Schweizer
Franken. Für den Betrachter eine willkommene Abwechslung, für die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB einen gute Einnahmequelle.
Wer dann auf die Nummer sah, erkannte, die Maschine war die 460 099-5 und somit ei-gentlich nicht ganz hundert.
Ein Umstand, der passiert, wenn man die Nummerierung der
Lokomotiven bei
null be-ginnt. Jedes Kind beginnt be-kanntlich mit eins. Das Personal schätzte auch die Klimaanlagen der neuen Loko-motive, denn es war mittler-weile recht angenehm auf der Maschine zu arbeiten. In Chiasso wurde bei grosser Hitze die Anlage eingeschaltet und am Ziel war man durch-gefroren.
Es durfte zudem kein Gewitter geben, denn dann waren die
Schienen
nass und die Sorgen-falten zeichneten sich auf der Stirn des
Lokführers ab. Doch
Quarzsand kann bekanntlich Wunder vollbringen.
Schon
kurz nach Inbetriebnahme hatte die
Lokomotive Re 460 011-0 in Brig einen
Brand erlitten, der aber keinen zu grossen Schaden anrichtete. Nun war sie
am 13. Dezember 1994 wieder in Brig in einen Zwischenfall verwickelt. Die
Maschine stiess seitlich mit einer anderen Lokomotive zusammen und stürzte
in der Folge um. Sie wurde wieder geborgen, hergerichtet und dem Betrieb
übergeben. Es war einer der ersten Zwischenfälle mit einer Re 460.
Am
21. Oktober 1995 ging die Re 460 017-7 zusammen mit der 465 001-6 auf
grosse Fahrt durch Deutschland. Da die
Lokomotiven keine passende
Zugsicherung hatten, wurde der Re 465 kurzerhand ein
Steuerwagen der MThB
vorgestellt. Das heisst, beide Lokomotiven wurden ab dem Steuerwagen
ferngesteuert. So kamen die Maschinen letztlich in die Stadt eines
bekannten Modellbahnherstellers. Es versteht sich von selbst, dass die 460
017-7 den passenden Werbeanstrich hatte.
Am 29. Februar 1996 wurde die letzte der insgesamt 119 bestellten
Maschinen des Typs Re 460 in Betrieb genommen. Es handelte sich dabei um
die einzige Re 460, welche im Jahre 1996 abgeliefert wurden. Die
Ablieferungen gingen in der Kurzfristigkeit gegen Ende zurück und bei der
allerletzten Maschine gab es noch Probleme, die gelöst werden mussten. So
richtig am Ziel war man daher auch mit dieser
Lokomotive noch nicht.
Mehr oder weniger kann aber gesagt werden, dass die 460 118-3 für lange
Zeit, die letzte
Lokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen SBB war, die
in der Schweiz hergestellt wurde. Dies nachdem in der Schweiz, genauer in
Oerlikon, während 94 Jahren elektrische Lokomotiven gebaut wurden. Nur die
Schuld für den Untergang trugen nicht die teuren Re 460, sondern Manager,
die statt Lokomotiven Geld herstellen wollten.
Der erforderliche
Messzug war aus den
Lokomotiven Re 460 064-9,
068-0, 058-1, aus der Lokomotive Re 465 002-4 und einen paar Messwagen
gebildet worden. Der Zug erreichte schliesslich um 04.55 Uhr mit 241 km/h
einen neuen Schweizer Rekord. Am 21. Juni 1996 kollidierte eine Re 460 in Brig mit einem Reisezugwagen. Die Kräfte waren so gross, dass die Kabine Risse bekam. Im Grossen und Ganzen hatte die Struktur jedoch gehalten, was man sich vorgestellt hatte.
Die
Lokomotive musste danach in der
Hauptwerkstätte Yverdon übergestellt
werden. Anbei sei noch erwähnt, dass eine weitere Re 460 in
Vielfach-steuerung beteiligt war. Es war die 460 011-0, welche in Brig
schon den dritten Vorfall hatte.
Die
460 113-4 weilte im Sommer 1996 für mehrere Tage in Deutschland. Dort
wurden schon seit längerem Versuche zur Lärmminderung an
Güterwagen
angestellt. Mit zunehmendem Erfolg zeigte sich aber, dass die
Lokomotive
der Deutschen Bahn die Messungen negativ beeinflusste. Man erinnerte sich
bei der Versuchsmannschaft daran, dass die Lokomotive Re 460 der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB als leistete Lokomotive in Europa galt.
Die
Lokomotive wurde für diesen Einsatz mit zusätzlichen Blenden versehen und
noch leiser. Danach war von der Lokomotive aus der Schweiz auch bei sehr
hohen Geschwindigkeiten kaum mehr etwas zu hören. Erstmals konnte die Lok
2000 zeigen, was die Konstruktion auch teuer gemacht hatte, denn um den
Lärm zu reduzieren, muss man Geld in die Finger nehmen. Die teuren
Verschalungen der Re 460 machten sie kaum hörbar.
Inzwischen arbeitete die Serie zufrieden stellend. Zwar erreichte man die
erhofften Einsparungen im Unterhalt immer noch nicht, aber die Re 460
konnte erstmals am Thron der
Re
6/6 nagen, denn bisher war diese
Lokomotive in dieser Statistik unbehelligt. Die Re 460 war aber nahe dran.
Man konnte aber erkennen, dass besonders das
Lokomotivpersonal mit der Re 460
gerne arbeitete. Es sei denn, es hat geregnet, dann war die Freude weg.
Die Maschinen wurden mittlerweile vermehrt auf der
Achse
Genf - Bern - Zürich - St. Gallen sowie am Jurasüdfuss im schnellen
Intercity-Verkehr eingesetzt. Schliesslich war die Re 460 die ein-zige
Maschine, welche 160 km/h fahren konnte. Trotzdem blieben die
Güterzüge am
Gotthard noch im
Dienstplan. In der Nähe von Bellinzona zeigten die Re 460, wie stark sie wa-ren, bei der Beschleunigung konnte der Zughaken die Kräfte nicht mehr aufnehmen und riss.
Die fehlende Last beschleunigte die
Lokomotive und leitete
gleich-zeitig die Bremsung ein. Anschliessend kam es zwischen den bei-den
Zugsteilen zu einem
Anprall. Eine am Gotthard durchaus üb-liche Sache, nur
klagte der Lokführer danach über Nacken-schmerzen.
Die Untersuchungen ergaben, dass der Unfall entstand, weil der erste
Zugsteil besser gebremst hatte, als der zweite. Die bei den klassischen
Lokomotiven in einer solchen Situation mit dem
FV4a vorgeschriebenen Massnahmen konnten
bei der Re 460 nicht mehr umgesetzt werden.
1997 wurde das 150jährige Bestehen der Schweizer Bahnen gefeiert. Es war
klar, dass es eine Re 460 sein wird, welche das spezielle Kleid tragen
sollte. Die Maschine erhielt in der Folge Folien, die die
Lokomotive in
den Glanz von Platin brachte. Die Präsentation fand dabei, weit ab einer
Bahnstrecke, auf dem Platz vor dem Bundeshaus statt. In der Folge war die
460 084-7 eine besondere Lokomotive. Die Wahl fiel dabei nicht zufällig
auf diese Maschine, denn die letzten drei Ziffern 8, 4 und 7 sind die
letzten Ziffern der Gründerjahre 1847.
Im Jahre 1998 begannen die ersten Versuchsfahrten mit den Re 460, die mit
einer
Funkfernsteuerung ausgerüstet wurden. Dabei kam es zu Situationen,
die selbst dem erfahrenen Hersteller nicht bekannt waren. So fuhr statt
der Maschine am
Messzug in Wassen, die Re 460 in Erstfeld los. Doch mit
zunehmender Erfahrung und vielen Verbesserungen, die auch dem Hersteller
Harris alles abverlangten, begannen die Versuche Erfolge zu zeigen.
Gerade die oft notwendigen Rückführungen in
den Norden konnten so deutlich rationeller abgewickelt werden. Die Re 460
beschränkten dabei die
Zugkräfte selber auf die zu-lässigen Werte. Ende 1999 endet eine bisherige Praxis bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Das Unternehmen wurde in drei Bereiche geteilt. Diese Bereiche, die sich SBB-Divisionen nannten, teilten in der Folge die Lokomotiven unter sich auf.
Die Re 460 waren davon auch betroffen, dann sie waren mittlerweile vor
Reisezügen ebenso begehrt, wie vor schweren
Güterzügen. Die Re 460 wurde
zu einer richtigen Universallokomotive.
Dem
Personenverkehr
wurden nun die Re 460 mit den Endnummern 000 bis 078.
zugeteilt. In der Folge waren also 79 Re 460 ausschliesslich vor
Reisezügen zu finden. Die restlichen 40 Maschinen fanden noch eine
befristete Zukunft im
Güterverkehr. Das Personal konnte das nicht ganz
verstehen, denn schliesslich waren die meisten
Lokomotiven vor wenigen
Jahren für den Güterverkehr beschafft worden. Jetzt gingen die neuen
Maschinen vor die Reisezüge.
SBB
Cargo
hatte danach der Re 460 mit der Nummer 460 083-9 einen neuen
Anstrich in hellgrünen Farben verpasst. Die anfängliche Meinung, es könnte
sich dabei um einen Werbeanstrich handeln, wurde danach jedoch widerlegt.
Denn auch zwei
Re 6/6 und eine
Re 4/4 II erhielten diesen ungewöhnlichen
Anstrich. Die Geschäftsleitung setzte jedoch ein Machtwort und dieser
Anstrich wurde nicht mehr weiter verfolgt. Die
Lokomotive wurde später
wieder im üblichen Farbkleid eingesetzt.
Ab
dem
Fahrplanwechsel 2000 wurden Re 460 als funkferngesteuerte Schiebe- und
Bremslokomotive
in
Güterzügen am Gotthard eingesetzt. Dabei wurden die
Maschinen mit den Nummern 460 096 - 118 zu Ref 460 unbenannt und mit der
Ausrüstung versehen. Gesteuert wurden diese
Lokomotiven ausschliesslich ab
Ref 4/4 II oder
Ref 6/6. Dabei wäre die Lokomotive der Baureihe Re 460
aber in der Lage gewesen, das Funksignal auch zu senden.
Zunehmend waren nun die Re 460 auch am Gotthard vor den
Reisezügen
zu
sehen. Dabei verdrängten die Maschinen die letzten im
Personenverkehr
verbliebenen
Re 6/6 aus diesen Diensten. Die starken
Re 6/6 waren weitaus
besser im
Güterverkehr zu gebrauchen, die Re 460, die mittlerweile 700
Tonnen ziehen durfte, passte vor die meisten Reisezüge. Die Re 460
entwickelte sich nach zehn Jahren immer mehr zur reinen
Schnellzugslokomotive.
Im
Jahre 2004 war es dann definitiv soweit. Die letzten Re 460 gingen zum
Personenverkehr. SBB
Cargo
verlor die letzten Re 460 und damit auch die
einzigen Maschinen, die über
Funkfernsteuerung verfügten. Der
Schiebedienst mit ferngesteuerter
Schiebelokomotive endete somit, weil die
Maschinen nicht mehr zur Verfügung standen. Die Einrichtungen in den
Lokomotiven wurden jedoch nicht ausgebaut.
Beim Personenverkehr wurden immer mehr Maschinen mit Einheitswagen IV und IC 2000 zu Pendelzügen formiert.
Dort erreichten sie Geschwindigkeiten von 160 km/h. Einen Wert,
den damals ausser diesen Maschinen keine andere
Lokomotive schaffte. Dies
auch darum, weil die Re 4/4 IV an die SOB abgegeben werden konnten. Als sich die 460 118-3 mit ihrem EC am Haken Thun näherte, erlitt sie einen Defekt. Längst eine Seltenheit geworden. Der Zug wurde geborgen, die Lokomotive in einem Gleis abgestellt und sich selber überlassen.
Nach 20
Uhr kam es dann im
Maschinenraum zu einem Brand, der wohl wegen zu grosser
Hitze entstanden war. Die
Lokomotive brannte in der Folge sehr stark und
muss-te durch die Feuerwehr gelöscht werden.
Wenig
später war in Goppenstein die 460 067-2 ebenfalls von einem Brand
betroffen. Sie wurde, wie die 460 118-3 in Yverdon hergerichtet und in der
Folge wieder dem Betrieb übergeben. Aber die Tatsache, dass innert kurzer
Zeit drei Maschinen dieser Baureihe gebrannt hatten, erweckte schon die
schlimmsten Befürchtungen, denn normalerweise werden
Lokomotiven nach
einem Brand nicht mehr hergerichtet und das drohte auch den Re 460.
Es
war das Jahr 2007, als eine neue Ära bei den Re 460 begann. Die Re 460
konnten nun, nachdem die erneute Sanierung der Maschinen abgeschlossen war
auf der
Neubaustrecke und im
Basistunnel am Lötschberg mit 200 km/h
eingesetzt werden. Endlich war das Ziel, das eigentlich schon 1991
angepeilt wurde, erreicht. Die Re 460 führte die schnellsten Züge auf den
neu gebauten Strecken. Dabei waren aber nicht alle Punkte so, wie man sich
das vorgestellt hatte.
Auch so erreichten die Züge oft nur ganz knapp die 200
km/h. Diese speziellen Lasttabellen galten jedoch nur für die
Ge-schwindigkeiten über 160 km/h. Man hatte also erkannt, dass bei hohen
Geschwindigkeiten ein wesentlich höherer Anteil für die Überwindung des
Luftwiderstandes benötigt wird. Nun waren total 24 Lokomotiven mit Pendelzügen im Einsatz. Dabei handelte es sich sowohl um Pendelzüge mit Einheitswagen IV und IC 2000. Die Züge verkehrten auf der Neubaustrecke und im Basistunnel am Lötschberg mit bis zu 200 km/h.
Mit Ausnahme der Gotthardstrecke waren die
Pendelzüge mit Re
460 nahezu auf sämtlichen
Hauptstrecken der Schweiz anzu-treffen und
gehörten zum Bild der modernen SBB. Die Züge funktionierten nun, wie auch
die
Lokomotive einwandfrei, was nach den Anfängen nicht zu erwarten war.
Die in Einzeldiensten eingesetzten Re 460 bespannten die meisten
Für Aufsehen sorgte im Jahr 2008 die 460 016-9. Dabei war es nicht eine
besondere
Leistung oder gar ein Unfall, es war vielmehr der Anstrich. War
man sich bei den Re 460 schon viel von den Werbelokomotiven her gewohnt,
war das nun anders. Die
Lokomotive hatte keine Werbung, sondern ein neues
Design erhalten. Dabei blieben die Meinungen aber gespalten. Die Zukunft
schien alles andere als diesem Anstrich zu gehören.
Das war üblich, bei den Re
460 sollte dabei zusätzlich aus das Design verändert werden. Die Meinungen
über diesen Anstrich waren in den meisten Fällen negativ, so dass die Idee
wieder aufgegeben wurde und der bisherige Anstrich verwendet werden
sollte.
Im Jahre 2009 erinnerte man sich beim
Personenverkehr an die Fahrten mit
den Ref 460 vor
Güterzügen. Es kamen Gedanken auf, diese Einrichtung zu
nutzen und mit den Ref 460
Pendelzüge mit
Einheitswagen II
zu bilden. Nur
hatte man noch
Re 4/4 II, die durchaus auch in Pendelzügen eingesetzt
werden konnten. Die Idee, verschwand wenig später wieder aus den Köpfen,
die Ref 460 hatten also scheinbar keine Zukunft mit der
Funkfernsteuerung.
Auch am Gotthard waren die Re 460 selten geworden. Seit dort die schnellen
Züge von
Neigezügen abgedeckt wurden, hatte die Re 460 nur noch
Interregio zu
führen, nur diese knapp 300 Tonnen schweren Züge wurden meistens mit
Re 4/4 II bespannt. Die Universallokomotive schlechthin, hatte es geschafft,
im Alter von 45 Jahren, die wesentlich neuere Re 460 vor den Zügen am
Gotthard zu verdrängen. So schön das für die
Re 4/4 II auch sein mag, die
Re 460 konnte an anderen Orten besser verwendet werden, vor allem dort, wo
schneller als 140 km/h gefahren wurde.
Nach
einem Einsatz von 20 Jahren standen die ersten
Lokomotiven im Jahre 2013
definitiv zur
Hauptrevision
R3 an. Man erkannte jedoch, dass man von den
eingebauten Bauteilen die meisten nicht mehr bekommen würde. Daher
entschloss man sich, die Lokomotive nicht einer Hauptrevision zu
unterziehen, sondern diese Maschinen einer Modernisierung zu unterziehen.
Damit endet aber auch der erste Teil des Betriebseinsatzes.
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