Die Dienstwagen

Was sind denn diese Dienstwagen? Wenn ich nun antworten würde, dass es sich dabei schlicht um alte Güterwagen handelt, handle ich fahrlässig. Solche Wagen werden durchaus auch neu gebaut. Dienstwagen werden als solche bezeichnet, weil die weder dem Güter- noch dem Personenverkehr dienen. Es sind Fahrzeuge für die Baudienste. Wenn ich auch hier die Modelle ansehe, kriege ich Kopfschmerzen. Es gibt viele Varianten.

Auch hier wollen wir uns zuerst den etwas allgemeinen Teil ansehen. Die Laufwerke von Dienstwagen unterscheiden sich eigentlich nicht gross von den Güterwagen. So gibt es hier Wagen mit Lenkachsen und Drehgestellen.

Wenn man etwas speziell werden will, werden nun auch ein-zelne Laufachsen hinzugenommen. Wenn es diese Laufachsen gibt, dann muss es wohl auch Triebachsen geben und ist es dann keine Lokomotive?

Einige Dienstwagen sind angetrieben. Das ist sehr spannend, denn obwohl diese Fahrzeuge über einen eigenen Antrieb verfügen, sind es Wagen. Der Grund ist simpel, denn diese Fahrzeuge verkehren in den Zügen grundsätzlich geschleppt.

Der Antrieb wird während dem Einsatz verwendet. So kann dort verhindert werden, dass ein zusätzliches Triebfahrzeug benötigt wird und diese Antriebe können genauer die Position festlegen.

Damit man solche Fahrzeuge leicht erkennen kann, werden sie bei der Bezeichnung nach der Gattung X geführt, erhalten dahinter aber die Bezeichnung von Traktoren. So lautet diese Bezeichnung zum Beispiel XTm. Wir sind also in einer Grauzone, denn bei den Dienstwagen kann man sich wirklich die Frage stellen, ob es sich nun um einen Wagen, oder einen Traktor handelt. Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind.

Wer sich nun auf die ruhige Welt der Dienstwagen gefreut hatte, der wird gleich in die Irre geführt werden. Es sind hier drei Gattungen festgelegt worden und das lässt wenige Varianten vermuten. Bei den Dienstwagen wird jedoch gänzlich anders gearbeitet, denn jeder Wagen hat eine Betriebsnummer und mit der lässt sich viel anstellen. Eine andere Ziffer an der richtigen Stelle ist ein gänzlich anderes Fahrzeug.

 

Die Unterteilung der Dienstwagen

Gattung D Gattung X Gattung Y

 

Bevor sie nun wütend in die Tasten greifen. Dienstwagen der Gattung D gibt es und es gibt auch so bezeichnete Gepäckwagen. Der Grund für diese spezielle Regelung ist, dass diese Dienstwagen während der Fahrt von Leuten besetzt werden können und daher gehören sie näher zu den Reisezugwagen, als zu den Güterwagen. Daher der Buchstabe D und weil es so besonders ist, beginnen wir doch gleich mit diesen Modellen.

Dienstwagen der Gattung D

Die Dienstwagen der Gattung D könnten leicht mit Gepäckwagen verwechselt werden. Damit das nicht geht wird hier von den Wagen der Bauart Db gesprochen. Lediglich mit dem kleinen Buchstaben b werden diese Dienstwagen von den normalen Gepäckwagen des Personenverkehrs unterschieden. Dabei sind auch diese Gepäckwagen dienstlichen Belangen vorbehalten und deshalb auch der Gattung D zugeteilt worden.

Das ist daher kein Fehler, denn in einem Dienst-wagen der Gattung D werden spezielle Personen transportiert und die dienen auch nicht internen Zwecken. Diese Leute sind aber nicht mit Reise-zügen unterwegs, sondern benutzen Güterzüge.

Bei den Autowagen haben wir schon erfahren, dass Leute durchaus mit Güterwagen transportiert wer-den können. Jedoch gehörten diese Züge zum Per-sonenverkehr und das ändert sich nun.

Güterzüge sind nicht für den Transport von Per-sonen ausgelegt worden. Spätestens seit dem zwei-ten Weltkrieg wissen wir, dass diese Transporte nicht gut sind.

Trotzdem erkennt man in Filmen immer wieder, dass in geschlossenen Güterwagen gereist wird. Wir hier sind zivilisierter und verwenden dazu ange-passten Modelle aus dem Bereich des Personen-verkehrs. Es ist einfach, ein Personenwagen in einem Zug für Güter.

Wer schon bei den Zügen der Eisenbahn war, der weiss, dass es durchaus Güterzüge mit Personen-beförderung gab.

Bei diesen wurden aber normale Reisezugwagen benutzt. Sie wurden auch als solche bezeichnet. Der Grund für die Dienstwagen liegt in der Tatsache, dass diese Wagen speziell für den Einsatz in den Zügen vorbereitet wurden. Zumindest bei den ersten Modellen ist das wirklich so zu verstehen, denn es war ein Umbau.

Der Begleitwagen: Beginnen wir die Betrachtung dieser Dienstwagen mit den Begleitwagen. Wie es der Name schon vermuten lässt, wird dieser Wagen von Leuten benutzt, die etwas begleiten. Was das ist und ob das Fahrzeug auch in einem Zug des Güterverkehrs eingereiht wird, ist nicht so wichtig. Begleitwagen werden benötigt, wenn eine Sendung von bestimmten Personen auf der Fahrt begleitet werden muss.

Als Beispiel für diese Begleitwagen nehme ich jenen der Güterzüge, die mit den Niederflurwagen gebildet werden. Wir erinnern uns dass dort ganze LKW verladen werden. Damit auch deren Fahrer. Da diese aber aus Gründen der Sicherheit nicht in ihren Fahrzeugen bleiben dürfen, können sie in dem Begleitwagen mitreisen und so nach der Fahrt ausgeruht den LKW übernehmen und die weitere Reise ans Ziel fortsetzen.

In diesem Begleitwagen finden die Fernfahrer einen Aufenthaltsraum und mehrere Pritschen, damit sie die Fahrt mit dem Zug zur Erholung nutzen können. Weiter sind eine Sprechstelle zum Lokführer, ein WC und eine Notbremse vorhanden. Sie müssen zudem unmittelbar hinter der Lokomotive eingereiht werden. Speziell ist, dass diese Begleitwagen aus Reisezugwagen entstanden, jedoch nicht mehr mit diese eingesetzt werden.

So werden die Bremsen der Wagen für den Einsatz in Güterzügen angepasst. Das bedeutet, dass die Begleitwagen über eine G-Bremse verfügen. Normale Reisezugwagen haben hingegen keine Güterzugsbremse erhalten. Auch andere Bereiche, wurden bei den Wagen entfernt oder so umgebaut, dass sie dem neuen Einsatz gerecht werden. Das betraf die Wagenübergänge, die hier nicht mehr vorhanden sind.

Diese Wagen entsprechen, wie schon gesagt, normalen Reisezugwagen. Sie werden jedoch als Dienstwagen bezeichnet. Der Grund ist das spezielle Einsatzkonzept dieser Wagen. Die Wagen verkehren nur noch in den speziellen Zügen mit Niederflurwagen und sind nicht mehr für den Zugang normaler Reisenden gedacht. Die Fernfahrer in diesen Wagen bezahlen für die Fahrt auch kein Entgelt, denn dies ist in der Gebühr für den Verlad enthalten.

Soweit zum Wagen der Züge mit Niederflurwagen. Wir sind damit aber noch nicht am Ende dieser Begleitwagen angelangt. Bei den Sonderwagen haben wir ein Fahrzeug kennen gelernt, das von Personal begleitet werden muss. Ich spreche von den Schwerlastwagen. Diese benötigen auch auf der Fahrt viel Personal, das sich in einem Begleitwagen aufhalten kann und der gehört oft sogar fest zu diesem Wagen für schwere Lasten.

Auch hier kamen ältere Reisezugwagen zum Einsatz. Diese sind aber für die oft sehr langen Reisen dieser Wagen ausgelegt worden. So besitzen diese Betten und eine kleine Küche. Man kann also in diesem Begleitwagen durchaus ein paar Wochen leben. Die Leute benutzten nicht den Camper, sondern den Begleitwagen und in den Urlaub fahren sie auch nicht. Das Leben im Begleitwagen bedeutet Arbeit und das zu jeder Zeit.

Auch wenn wir uns diese Fahrt im Begleitwagen romantisch vorstellen, mit dieser hat das nichts zu tun, die Einrichtung ist spärlich und weil hier auch nicht so oft der Reinigungsdienst durch geht, ist es in den Wagen stickig und unangenehm. Ich weiss wirklich nicht, warum die Leute zu Hause regelmässig lüften, dies aber in einem Fahrzeug unterlassen. Doch nun zu einer weiteren Version des Begleitwagens, der wirklich zum träumen anregt.

Der Zugbegleitwagen: Kommen wir zum Zugbegleitwagen. Hier haben wir einen Wagen bekommen, der speziell für diesen Zweck gebaut worden ist. Die Fahrzeuge sind heute zwar verschwunden, aber sie sind wirklich sehr speziell und daher dürfen wir nicht auf die Zugbegleitwagen für das Zugpersonal auf Güterzügen verzichten. Als diese Wagen kamen, mussten auch Güterzüge vom Zugpersonal begleitet werden.

Die Zugbegleitwagen dienten daher dem Zugpersonal bei begleiteten Güterzügen. Die Wagen wurden dabei am Schluss des Zuges eingereiht. So befand sich der Zugführer am Schluss des Güterzuges.

Wichtig war das auf Strecken, wo die Ankunft des Zug-schlusses dem Fahrdienstleiter gemeldet werden musste. Das konnte der Lokführer an der Spitze nicht übernehmen, denn der Zugschluss war weit entfernt.

Der spezielle Zugbegleitwagen entstand zu einer Zeit, wo weltweit in der Presse über den ersten russischen Sate-lliten Sputnik gesprochen wurde. Sputnik ist russisch und steht für Begleiter, was wiederum sehr gut zum Zugbe-gleitwagen passt.

Das noch damit ergänzt, dass dieser aus Sicht der Loko-motive weit im All war, ging es nicht lange und diese kleinen speziellen Wagen am Schluss wurden Sputnik genannt.

Eben ein Satellit am anderen Ende des Zuges. Für einmal ein Vergleich, der sich gut nachvollziehen lässt. Weil der Name so eng mit diesen Zugbegleitwagen verbunden ist, sprechen wir vom Sputnik. Das Teil der Russen muss wohl bei den Eisenbahnern in der Schweiz Eindruck gemacht haben. Nur wer jünger ist, kann das vielleicht schwer verstehen und daher darf auch etwas Geschichte sein. Doch sehen wir uns den Sputnik genauer an.

Der Sputnik ist ein Satellit, der von der So… Ach, das wollten Sie nicht wissen, Sie meinten den Zugbegleitwagen. Diese Wagen dienten dem damals auf Güterzügen noch nötigen Zugpersonal, als Aufenthaltsraum während der Fahrt. Spezielle Erker erlaubten dem Personal die Beobachtung der Güterwagen. Die besonderen Wagen wurden mit einer eigenen Heizung über Gasflaschen erwärmt. Da der Sputnik in Güterzügen lief galt das Verbot für Gas nicht.

Die Zugbegleitwagen wurden mittlerweile durch elektronische Lösungen ersetzt. Man konnte so auf das Zugpersonal am Schluss von Güterzügen verzichten. Dazu mussten die Güterzüge jedoch mit Funk ausgerüstet werden. Mit der generellen Einführung des Funks, verschwanden auch die letzten Zugbegleitwagen, oder eben die letzten Sputnik auf den Schienen der Schweiz. Geblieben ist das Wissen, das Sputnik Weggefährte oder Begleiter heisst.

Einige dieser Wagen überlebten das Ende der Begleitung und sie wurde in den Bahnhöfen als Aufenthaltsraum für das Personal benutzt. Vor den Sputnik reiste das Zugpersonal auf der elektrischen Lokomotive oder in einem alten Reisezugwagen unmittelbar danach mit. Dank dem Begleiter am Schluss, war auch dieser korrekt besetzt worden. Besonders wichtig war das auf Bergstrecken, wo aber schnell der Funk kam.

Zugbegleitwagen hatten übrigens ebenfalls die Bezeichnungen der Reisezugwagen erhalten, obwohl es sich um Fahrzeuge handelte, die im Güterverkehr eingesetzt und sogar dafür gebaut wurden. Der Grund dafür ist, dass sie die Gepäckwagen in den Güterzügen ersetzten und daher wurde sie auch dort platziert. Sie sehen, man machte es sich oft auch nur einfach und das war bei den Dienstwagen wirklich immer so.

Deshalb wurden auch die Begleitwagen der Rola in dieser Kategorie aufgenommen. So entstanden daraus Dienstwagen mit der Bezeichnung eines Gepäckwagens. Güterwagen waren es hier jedoch keine, weil in diesen Wagen ja keine Güter transportiert werden. Es ist wirklich das einzige Fahrzeug, bei dem Reisende mit einem Güterzug befördert werden können. Andere Lösungen wurden versucht, aber das lassen wir nun.

 

Dienstwagen der Gattung X

Wir kommen nun in den Bereich einer grossen Familie von Dienstwagen, die sehr unterschiedlich sind und jeder für sich eine spezielle Aufgabe übernimmt. Hier finden sich die eigentlichen Dienstwagen, die oft den Baudiensten bereit stehen und dort bei baulichen Massnahmen behilflich sind. Die Auswahl ist so gross, dass diese Wagen eigentlich in mehreren eigenen Kategorien geführt werden könnten, trotzdem beliess man es bei der Gattung X.

Wie überall kennzeichnet das X eigentlich eine Un-bekannte. Diese Güterwagen sind nun ebenso unbe-kannt und können daher nicht in normalen Gatt-ungen geführt werden.

Wir haben hier ein breites Sammelsurium von Fahr-zeugen erhalten, die jedes für sich speziell ist. Wenn ich hier alle erdenklichen Lösungen einbauen will, dann könnten Sie sich Zeit nehmen, denn diese Gruppe schlägt sogar die Flachwagen mit Drehge-stellen.

Als Fahrzeuge der Gattung X gelten auch Modelle, die wir an anderer Stelle finden. Dazu gehören die grossen Schienenkrane, die Lösch- und Rettungs-züge und die Schneeschleudern.  Alles Fahrzeuge, die klar dieser Gattung angehören.

Das obwohl wir hier durchaus auch echte Trieb-fahrzeuge vorfinden und das macht diese Gruppe wirklich richtig spannend. Was findet man hier noch, wenn selbst die Lösch- und Rettungszüge dazu gehören.

Nehmen wir nun ein Fahrzeug des Baudienstes, das über eine Plattform verfügt und das einen eigenen Kran hat. Merkmale, die zum Güterzug gehören. Hier sind es Traktoren und der Lösch- und Rettungs-zug ist im Grunde ein Triebwagen. Er kann jedoch nicht nach deren Muster bezeichnet werden. Damit man eine klare Trennung hat, wurde er zu einem Fahrzeug der Gattung XTm und so eines wollen wir nun ansehen.

Die Baumaschinen: Bei den Dienstwagen der Gattung X beginnen wir mit den Baumaschinen. Den Begriff kennen Sie aus dem Bereich der normalen Bauarbeiten und Sie benennen Bagger und andere Gefährte als Maschinen für den Bau. Das ist bei der Eisenbahn nicht anders und hier gibt es andere Baumaschinen und deren Verzeichnis füllt nun wirklich ganze Bücher. Ich nehme daher eine kleine Auswahl.

Die auf der Grafik zu se-hende Baumaschine ist nur als Beispiel eingefügt worden.

Sie dient der Fahrleitung und kann Fahrleitungen optimal erneuern. Dazu wurde sie mit der Be-zeichnung ARIANE verse-hen.

Offiziell bezeichnet wird sie jedoch mit XTmas. Wir haben damit eine Baumaschine erhalten, die einen Antrieb für Fahrten während des Einsatzes bekommen hat. Der Antrieb lässt daher nur sehr geringe Geschwindigkeiten zu.

Zu dieser Gruppe gehören auch die Stopfmaschinen. Diese sind zum verdichten des Schotterbettes vorgesehen. Da in dem Fall der Abstand der Schwellen genau eingehalten werden muss, verfügen diese über einen eigenen Antrieb. Nur so kann schnell gearbeitet werden, denn das ist bei Baumaschinen wichtig. Was uns nun aber noch fehlt, ist die Baumaschine, die keinen eigenen Antrieb besitzt.

So eine Baumaschine ohne Antrieb ist die Schienenladeeinheit, die kurz SILAD genannt wird. Diese Maschine ist in der Lage Schienen am Boden abzulegen und wieder auf spezielle Wagen zu laden. Das klingt verblüffend, aber die bis zu 150 Meter langen Schienen können nicht so einfach zwischen den bestehenden Schienen abgelegt werden. Alleine das Gewicht kann von Leuten nicht mehr gehoben werden.

Da hier von einer Einheit gesprochen wird, besteht die SILAD aus zwei Fahrzeugen. Auf einem davon ist die eigentliche Maschine vorhanden, die auf eigens dazu auf dem Fahrzeug montierten Schienen fahren kann. Der zweite Teil ist der Wagen um die Schienen korrekt abzulegen oder aufzunehmen. Dazu sind entsprechende Führungen vorhanden. Wegen diesen Aufbau besitzt die SILAD eine bestimmte Arbeitsrichtung.

Im Einsatz ist die SILAD mit den Wagen verbunden, die für den Transport der Schienen vorgesehen sind. Dort über-nimmt der Maschinenteil zwei Schienen mit Greifern.

Danach verschiebt eine Lokomotive den Zug so, dass die Maschine an der Position bleibt und die Schiene so über die die Führungen abgelegt wird. Sie sehen selber fahren kann die SILAD nur auf ihren speziellen Schienen und nicht auf der normalen Strecken.

Nur mit Hilfe der SILAD ist es möglich Schienen ohne die komplette Sperrung einer Strecke zwischen den Schienen zu deponieren. So gesehen erleichtert sie die Arbeit und behindert den Verkehr weniger.

Ohne diese Einheit müssten die Wagen auf den benach-barten Gleis stehen und dann die Schienen mit speziellen Kränen abgelegt werden. Auf einer Strecke mit zwei Ge-leisen würde das eine totale Sperrung der Strecke be-deuten.

Dieser Teil könnte mit speziellen Baumaschinen beliebig erweitert werden. Ich habe hier einfach ein paar be-sondere Modelle eingebaut, denn die Anzahl ist wirklich gigantisch. Auch für den Einbau der Schienen werden wieder andere Maschinen benötigt. Jedoch muss auch Material zugestellt, oder abgeführt werden. Dazu kommen ebenfalls Fahrzeuge der Gattung X vor und das sind normale Wagen des Güterverkehrs.

Der Schotterwagen: Nach dem wir die Baumaschinen kennen gelernt haben, verfolgen wir deren Arbeit etwas. Dazu nehme ich eine bekannte Baumaschine, die das Schotterbett erneuert. Das ist von Zeit zu Zeit nötig. So werden Schmutz und zerbrochene Steine ersetzt. Dazu muss aber der benötigte Schotter zu- und abgeführt werden. Genau dazu sind die Schotterwagen bestimmt, wobei wir hier zwei unterschiedliche Bauarten haben.

Die erste Gruppe Schotterwagen, die wir uns ansehen, sind die Wagen, die den alten Schotter von der Strecke, oder vom Bahnhof abtransportieren.

Der von der entsprechenden Bauma-schine ausgehobene Schotter, wird mit Hilfe von auf den Wagen mon-tierten Förderbändern in diesen ver-laden. Förderbänder verwendet man, weil der in der Baustelle verfügbare Platz schlicht auf die Breite der Wagen abgestimmt ist.

Das Förderband gehört nicht zu den Schotterwagen. Es ist Bestandteil der Baumaschine, die den Schotter aushebt. Die Förderbänder können jedoch einfach verschoben werden. Die Schotterwagen mit dem alten Schotter können so bei laufenden Bauarbeiten ausgewechselt werden. Die Wagen mit dem Altschotter werden anschliessend mit normalen Zügen zu einer Deponie für alten Schotter geführt.

Um die Schotterwagen zu entleeren werden die Mulden einfach seitlich gekippt. So gesehen, ist der Wagen für den Transport von altem Schotter mit einem Kipper auf der Strasse vergleichbar. Dieser wird in der Baustelle mit Aushub verladen und führt diesen zur Deponie, wo er die Mulde kippen kann. Das Prinzip funktioniert hier ähnlich, wie bei den Aushubwagen, die wir bei der Gattung F kennen gelernt haben.

Die Aushubwagen bei den Güterwagen der Gattung F sehen sehr ähnlich aus und viele Eigenschaften sind sogar gleich. Nur wurde beim Altschotterwagen zwischen den Mulden noch eine Plattform zur Kontrolle angeordnet. Zudem können auf den Mulden der Schotterwagen auch Halterungen für das verwendete Förderband montiert werden. Alleine diese Einrichtung macht aus dem Schotterwagen ein Modell der Gattung X.

Wenn der Schotter entfernt wurde, muss dieser wieder zur Baustelle gelangen. Die Baumaschine, die den Aushub gemacht hatte, wird abgezogen und durch eine andere Maschine ersetzt.

Diese Maschine erstellt wieder ein provisorisches Gleis. Darauf fährt sie auch. Der Maschine folgen nun aber die Schotterwagen mit neuem Schotter. Diesen erkennen Sie auf der eingefügten Grafik. Sie sehen, dass er anders aufgebaut wurde.

Diese Wagen haben eine einfache Lademulde, die von einer Rampe aus, oder aber ab einem Silo, mit Schotter beladen werden kann. Der Verlad auf diese Weise ist einfach, belastet jedoch den Schotter schwer. Daher versucht man im Betrieb diese Ladevorgänge so gering wie möglich zu halten. Deshalb holen diese Schotterwagen den Schotter sehr nahe beim entsprechenden Steinbruch ab und transportieren ihn zur Baustelle.

Spezielle unten angebrachte Auslässe lassen den Schotter exakt dosiert auf das Gleis fallen. Mit einem Teil dieser Schotterwagen kann der Schotter auch zwischen den Schienen entladen werden. Das bedeutet, dass der Schotterwagen den Schotter schön um die Schienen herum ablegen kann. Das Gleis kann danach mit speziellen Maschinen gehoben und ausgerichtet werden. Das Gleis ist mit neuem Schotter versehen worden.

Gerade die Schotterwagen zeigen deutlich auf, dass bei den Dienstwagen viele Güterwagen benötigt werden. Diese sind für den Transport von schweren Materialien, wie dem Schotter gedacht. Die hier vorgestellten Schotterwagen sind für diesen Zweck gebaut worden und sind eigentlich ganz normale Güterwagen, die jedoch nicht kommerziell genutzt werden. Deshalb und nur deshalb werden die Schotterwagen als Dienstwagen geführt.

 

Dienstwagen der Gattung Y

Dienstwagen mit der Bezeichnung Y entstanden oft aus Reisezugwagen. Sie erfüllen aber nicht mehr die Bedingungen eines Wagens für den Einsatz in Reisezügen. Um eine klare Trennung der Wagen zu erreichen, wählte man dafür die Gattung Y. Es sind auch keine Wagen, die man der Gattung X hätte zuteilen können, da sie nicht der Arbeit dienlich sind. Mit anderen Worten, es ist auch jetzt wieder eine eigene Gruppe entstanden.

Der Schulzug: Heute mit modernen Systemen kann jeder Wagen einem bestimmten Zweck zugeordnet werden. Da-her entfällt mittlerweile die spezielle Kennung mit dem Y. Der Schulzug gehört zu diesen Modellen.

Dabei handelt es sich um Personenwagen, die einfach zu einem fahrenden Klassenzimmer umfunktioniert wurden. Als Zug wird diese Komposition bezeichnet, weil es meh-rere Wagen sind, die nicht getrennt werden.

Der Schulzug ist wirklich ein ganz spezieller Dienstwagen, denn in ihm wird nicht das Personal ausgebildet, sondern er wird von normalen Schulklassen besucht. Dazu wird der ganze Zug in einem Bahnhof abgestellt und dann von den Kindern besucht.

Im Zug lernen Sie einige Bereiche der Eisenbahn kennen und diese sollten auf die Gefahren aufmerksam machen. Gefahren von den fahrenden Zügen, aber auch von der Fahrleitung.

Es gibt keinen geplanten Einsatz für den Schulzug. Je nach Bedarf wird er an einen Ort verschoben. Dabei ist hier noch speziell, dass die Einheit nicht mit normalen Zügen verschoben wird. Die Wagen werden immer wieder von historischen Modellen gezogen und ganz zu Beginn hatte man dem Schulzug jedoch einen Triebwagen für die Fahrten zugeteilt. Sie sehen, es ist wirklich eine spezielle Einheit aus vier Wagen.

Der Ausstellungswagen: Wagen die für Ausstellungen benutzt werden, wurden früher der Gattung Y zugeschlagen. Damit hatte man eine klare Trennung der Wagen erreicht. Moderne EDV-Systeme können die Wagen jedoch problemlos anhand der Fahrzeugnummern unterscheiden. Daher wird heute auf die spezielle Bezeichnung verzichtet. Der Dienstwagen der Gattung Y ist eigentlich schon fast verschwunden.

Die Ausstellungswagen wur-den für Ausstellung-en oder andere spezielle Einsätze hergerichtet.

Das heisst, an Stelle der Bestuhlung des ehemali-gen Reisezugwagens wa-ren spezielle Einbauten vorhanden. Dabei werden diese Wagen oft nur von einem Bahnhof in den anderen Bahnhof überführt und stehen dort dann für die Besucher bereit. Wir haben dank diesen Wagen eine spezielle Wanderausstellung auf Schienen erhalten.

Werden Ausstellungswagen überführt, erfolgt das oft in eigenen Zügen, oder die Wagen werden mit Güterzügen befördert. Wichtig dabei ist aber, dass es sich bei Ausstellungswagen immer um ehemalige Reisezugwagen handelt. Weitherum bekannte Ausstellungswagen waren die speziell hergerichteten Wagen, die in der ganzen Schweiz für Bahn und Bus 2000 Werbung machten. Die Wagen wurden dabei durch eine eigene Lokomotive gezogen.

Wer weiss, vielleicht besuchen Sie auch einmal einen Ausstellungswagen. Achten Sie sich, eventuell trägt der Wagen noch die Gattung Y. Wobei das nicht mehr ganz so sicher ist. Oft werden Sie sogar den ehemaligen Reisezugwagen erkennen, denn die Ausstellungswagen sind wirklich nur umgebaute Reisezugwagen. Damit können wir nun aber die Dienstwagen beenden und eine kleine Zusammenfassung ansehen, denn nachher kommen die Messwagen.

Wir haben gesehen, dass Dienstwagen überall und in sehr grosser Vielfalt angetroffen werden können. Nicht alle werden aber mit den hier vorgestellten Gattungen bezeichnet und so können wir zwar die Dienstwagen abschliessen, aber noch nicht die Fahrzeuge, die der Gattung X zugeschlagen wurden. Diese Wagen werden für Messungen und Kontrollen benötigt und auch das sind interessante Modelle.

 

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